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Sommerschlussverkauf

Thomas Middelhoff hat KarstadtQuelle im Stil eines Finanzinvestors zerlegt.
Von Arno Balzer
aus manager magazin 9/2007

DASS MM- REDAKTEUR Sören Jensen im Hause Karstadt alias KarstadtQuelle alias Arcandor, wie der Konzern seit Neuestem heißt, willkommen wäre, wird niemand behaupten. Seit fast 20 Jahren schreibt Jensen über den Konzern, führte Interviews mit Vorstandsvorsitzenden; der wirtschaftliche Niedergang des Unternehmens zwang meistens dazu, sehr kritisch hinzugucken. Etwa auf die unheilvolle Allianz, die der langjährige Warenhauslenker Walter Deuss mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat eingegangen war: Tut ihr mir nichts, tu ich euch auch nichts. Am Ende der Ära Deuss war der Konzern sanierungsreif. Ihm folgte der chaotische Wolfgang Urban, der sich völlig verzettelte, dann der blasse Kurzzeitchef Christoph Achenbach. Seit 2004 wirkt Thomas Middelhoff. Im Mai 2005 schrieb Jensen über Indizien, dass Middelhoff den Konzern zum Vorteil der Großaktionärin zerschlagen könnte. Middelhoff protestierte. Seitdem haben sich die Anzeichen für die These vervielfacht - hohe Zeit also, den Konzern wieder einmal genau zu betrachten. Monatelang recherchierten die mm-Redakteure Jörn Sucher und Jensen, trafen sich auf Flughäfen, in Hotellobbys oder Vorstadtpizzerien mit Konzernmanagern, ehemaligen und aktuellen. Heraus kam die Titelgeschichte dieses Heftes (ab Seite 34). Selbstverständlich hat mm den amtierenden Chef um ein Gespräch gebeten, um ihn mit den Recherchen zu konfrontieren. Der Konzern bot stattdessen ein zu autorisierendes Interview mit Middelhoff an - aber ohne Teilnahme von Co-Autor Jensen. manager magazin lehnte ab.

ALS MCKINSEY vor zehn Jahren den War for Talents ausrief, wirkte dies hierzu- lande auf viele reichlich realitätsfern. Massenarbeitslosigkeit und die Probleme der Hochschulabsolventen, einen angemessenen Einstiegsjob zu finden ("Generation Praktikum"), legten eine andere Wirklichkeit nahe. Doch die Wirtschaftsvordenker haben recht behalten. "Der Kampf um die Talente tobt, Hochschul-absolventen, einst im Überfluss vorhandene Bittsteller, werden von den Unternehmen umworben,, wie schon lange nicht mehr." Das erfuhr mm-Redakteur Klaus Werle bei seiner Recherche über die beliebtesten Arbeitgeber. Noch bevor Werle seine erste Frage stellen konnte, interessierte viele Gesprächspartner erst mal eine Sache brennend: "Auf welchem Platz der Liste stehen wir in diesem Jahr?" Die Neugier ist verständlich, gilt doch das Ranking des Berliner Trendence-Instituts als entscheidendes Imagebarometer für die Unternehmen. Mehr als 15 000 Studenten der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften hat Trendence nach ihrem Traumarbeitgeber gefragt. Sorgfältige Auswahl und Gewichtung machen die Studie zum wichtigen Messinstrument für Arbeitgebermarken in Deutschland. Alles über die Gewinner, die Verlierer und die Erwartungen der Berufseinsteiger lesen Sie ab Seite 108.

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