Kriselndenes Windkraftunternehmen Siemens Gamesa schließt Jobabbau und Werksschließungen nicht aus

Siemens Gamesa-Chef Jochen Eickholt erwägt Stellenabbau und Werksschließungen, um das angeschlagene Windenergieunternehmen zu sanieren. Ein Verkauf der Onshore-Sparte schließt er aber erst einmal aus.
Sanierer: Jochen Eickholt wechselte im März vom Dax-Konzern Siemens Energy zur kriselnden Windkrafttochter

Sanierer: Jochen Eickholt wechselte im März vom Dax-Konzern Siemens Energy zur kriselnden Windkrafttochter

Foto: Siemens Energy

Der neue Chef des kriselnden Windenergieunternehmens Siemens Gamesa hält im Zuge der Sanierung Stellenstreichungen oder die Schließung von Werken für möglich. "Derzeit kann ich gar nichts ausschließen, so leid mir das tut", antwortete Jochen Eickholt (60) in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem "Handelsblatt" auf eine entsprechende Frage. Das Management überlege gerade, wie die Kosten am besten gesenkt werden könnten. Die Aktie  von Siemens Gamesa verlor bis Mitte Mai deutlich an Wert, seit den Ankündigungen zu den Sanierungsplänen der Mutter Siemens Energy geht es wieder bergauf.

"Wir müssen die Kosten dort reduzieren, wo sie uns am meisten wehtun." In Spanien sei zum Beispiel das Lohnkostenniveau deutlich anders als etwa in Dänemark. "Bei einem Kostenproblem würde ich also nicht unbedingt als Erstes an Spanien denken." Eickholt kündigte für Ende Juli, Anfang August detailliertere Aussagen zur Sanierung der angeschlagenen Tochter von Siemens Energy an. Ein Verkauf der Onshore-Sparte sei allerdings derzeit kein Thema.

Eickholt hatte im März das Ruder bei dem Verluste schreibenden Unternehmen übernommen . Mittlerweile plant Siemens Energy, die Tochter ganz zu übernehmen, um besser durchgreifen zu können. Es werde aber mehrere Jahre dauern, bis die Probleme bei Siemens Gamesa gelöst seien, hatte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch (52) gesagt.

dri/Reuters
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