Kriselnder Windanlagenbauer Siemens Gamesa kratzt am Milliardenverlust

Die notorischen Probleme bei Siemens Gamesa münden in einen Jahresverlust von beinahe einer Milliarde Euro. Auch für die Zukunft ist der Windanlagenbauer wenig optimistisch: Besserung erwartet der Vorstand erst 2025.
Renewable: Siemens Gamesa braucht neue Energie

Renewable: Siemens Gamesa braucht neue Energie

Foto: Vincent West / REUTERS

Nach einem Verlust von fast einer Milliarde Euro sieht der neue Siemens-Gamesa-Chef Jochen Eickholt auch im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 noch keine durchgreifende Besserung bei dem spanischen Windanlagenbauer. Die anhaltend hohe Inflation und brüchige Lieferketten trieben die Materialkosten nach oben, erklärte die Tochter des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy am Donnerstag. "Gleichwohl erwarten wir, dass sich das Marktumfeld nach diesem Übergangsjahr normalisiert", hieß es in der Mitteilung. Dann könne auch Siemens Gamesa wieder profitabel werden und den Mittelzufluss (Cash-flow) nach und nach verbessern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz von Siemens Gamesa um 4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro zurück, obwohl der Auftragsbestand um weitere 2,5 Milliarden auf mehr als 35 Milliarden Euro stieg. Allein im vierten Quartal kamen Aufträge für 4,4 Milliarden Euro herein, die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor. Doch viele Bestellungen erweisen sich für Siemens Gamesa als verlustträchtig: Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) summierte sich im Geschäftsjahr auf 581 Millionen Euro, der Nettoverlust stieg noch einmal auf 940 (Vorjahr: 627) Millionen Euro.

Der als Sanierer angetretene Vorstandschef Eickholt sagte, der Bestand an Projekten müsse angesichts des veränderten Umfelds und der Kostensteigerungen überprüft werden.

Im vierten Quartal gab es Anzeichen einer Besserung: Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 3,37 Milliarden Euro, das Ebit war mit 375 Millionen Euro deutlich positiv, und auch unter dem Strich schrieb Siemens Gamesa mit 286 Millionen Euro schwarze Zahlen.

Nachhaltige Fortschritte stellt Eickholt aber erst für 2025 in Aussicht. Bis dahin werde Siemens Gamesa auf Basis einer verschlankten Plattform-Strategie und eines skalierbaren Modells für Windräder an Land, auf See und für das Wartungsgeschäft sowie einer einheitlichen Beschaffungsstrategie für weitere Marktverwerfungen gewappnet sein. Eickholt hatte die Streichung von 2900 Stellen angekündigt. Die Voll-Integration in Siemens Energy soll zudem Synergien bringen.

cr/Reuters

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