Shoppingcenter-Investor Großaktionär Otto will Deutsche Euroshop übernehmen

Für insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro will die Milliardärsfamilie Otto zusammen mit einem Finanzinvestor die Mehrheit am Immobilienkonzern Deutsche Euroshop übernehmen. Vorstand und Aufsichtsrat sprechen sich für die Annahme des Angebots aus – die Aktie legt deutlich zu.
Gehört zum Portfolio der Deutschen Euroshop: City-Arkaden in Wuppertal

Gehört zum Portfolio der Deutschen Euroshop: City-Arkaden in Wuppertal

Großaktionär Alexander Otto (54) will sich den Shoppingcenter-Investor Deutsche Euroshop komplett einverleiben und tut sich dafür mit dem US-Finanzinvestor Oaktree Capital zusammen. Es würden insgesamt 1,4 Milliarden Euro geboten, teilte das Bieterkonsortium Hercules BidCo am Montag mit, das von Oaktree sowie Ottos Vermögensverwaltung Cura kontrolliert wird.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Deutschen Euroshop hätten sich bereits hinter die Offerte gestellt, so die Mitteilung. Die Transaktion soll noch im dritten Quartal des Jahres über die Bühne gehen. Konkret offeriert Hercules BidCo zusätzlich einer Dividende 22,50 Euro je Aktie und damit einen Aufschlag von 44 Prozent zum Schlusskurs von Freitag. Die Aktien der Deutschen Euroshop schnellten um 42 Prozent hoch in Richtung des Angebotspreises.

Unternehmer Alexander Otto hält bereits rund ein Fünftel an der Hamburger Firma. Das Angebot unterliegt einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent zuzüglich einer Aktie. Die Deutsche Euroshop gehört wie der Projektentwickler ECE zum Einflussbereich der Familie Otto.

Das SDax-Unternehmen ist zurzeit an 21 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn beteiligt. Zum Portfolio gehören das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt, die Altmarkt-Galerie in Dresden und die Galeria Baltycka in Danzig.

"Unterbewertetes Portfolio"

Deutsche Euroshop ist in den zwei Jahren der Coronapandemie durch die Lockdowns und Einschränkungen für den Einzelhandel stark beeinträchtigt worden. Viele Mieter in den Einkaufszentren machten dicht oder mussten durch Mietzugeständnisse unterstützt werden. Vor Corona setzte dem Unternehmen der Onlinehandel immer stärker zu.

Nun soll es wieder aufwärtsgehen. Das Bieter-Konsortium sieht wieder eine optimistischere Zukunft. "Die Deutsche Euroshop hat ein qualitativ hochwertiges Portfolio, das unserer Meinung nach wegen eines seit mehreren Jahren andauernden Ausverkauf des gesamten Einzelhandelssektors von den Kapitalmärkten unterbewertet wird", sagt Oaktree-Manager Ben Bianchi laut Mitteilung.

Der anhaltende Gegenwind, mit dem der Einzelhandel zu kämpfen hat, habe das Unternehmen zuletzt daran gehindert, das Potenzial seiner ansonsten erfolgreichen und konservativen Strategie voll auszuschöpfen, hieß es aus dem Family Office von Otto.

hr/Reuters, dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.