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Absteiger Selbst schuld

Vivendi entließ Messier
Von Klaus Boldt
aus manager magazin 8/2002

Mit aller Befriedigung, die das Institut der Schadenfreude bereitstellt, werden viele Akteure des Wirtschaftslebens vermerken, dass Jean-Marie Messier (45) als Manager nur mehr Geschichte ist.

Der geschasste Président-Directeur Général, der mit Vivendi Universal eine Konstruktion ohne jede Statik in die Unternehmenswelt stellte, hatte auch die Konzernchefs Dietmar Kuhnt (RWE), Thomas Middelhoff (Bertels- mann) und Klaus Esser (Ex-Mannesmann) wiederholt die Härte seiner Spezialtaktik spüren lassen: einwickeln, hinhalten, fallen lassen.

Die Lehre aus dem Fall Messier? Vielleicht die, dass eine gewisse Rest-Demut, dem Markt oder den eigenen Aktionären gegenüber, nie falsch ist: Als Journalisten Messiers Kürzel J2M zu J6M ("Jean-Marie Messier, moimême, maître du monde" - höchstpersönlich, Herr der Welt) hochjubelten, nannte er gleich seine Biografie ("J6M.com") so; für 18 Millionen Dollar ließ er sich ein 520 Quadratmeter weites Appartment in Manhattan erschließen; sein Gehalt betrug 5,12 Millionen Euro. Ja gut, man lebt nur einmal.

Nun darf die Mitwelt anmerken: Es war auch ein idiotischer Plan, aus einem französischen Versorger einen globalen Medienkonzern machen zu wollen: Heute ist Vivendi Universal mit 34 Milliarden Euro verschuldet und muss zerlegt werden. J2M hätte nun (angeblich) noch gern eine Abfindung von 20 Millionen Euro. Gönnen wird ihm das Geld wohl niemand. Klaus Boldt

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