Frühere Gazprom Germania Nach Uniper dürfte auch Gasimporteur Sefe verstaatlicht werden

Nach der geplanten Verstaatlichung von Uniper soll der nächste Gasimporteur mehrheitlich vom Staat übernommen werden. Laut "Spiegel" ist der Staatseinstieg auch bei der ehemaligen Gazprom Germania, Sefe (Securing Energy for Europe), eine Option.
Einstieg des Bundes geplant: Ein Kapitalschnitt bei Sefe ("Securing Energy for Europe") würde Gazprom bei der früheren Gazprom Germania faktisch enteignen

Einstieg des Bundes geplant: Ein Kapitalschnitt bei Sefe ("Securing Energy for Europe") würde Gazprom bei der früheren Gazprom Germania faktisch enteignen

Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS

Nach der geplanten Verstaatlichung von Uniper richtet sich das Augenmerk der Bundesregierung auf die Rettung des nächsten Importeurs. Der "Spiegel" hatte berichtet, der Gasimporteur Sefe (Securing Energy for Europe) solle ebenfalls in den Besitz des Staates übergehen. Die frühere Gazprom Germania ist noch im Besitz des russischen Energiekonzerns Gazprom, steht aber unter Treuhandschaft des Bundes, um die Versorgungssicherheit in Deutschland mit Gas zu gewährleisten.

"Es laufen in der Bundesregierung Gespräche zur Zukunft von Sefe", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Experten halten eine Verstaatlichung für wahrscheinlich, allerdings dürfte dies noch einige Wochen dauern. Die Bundesnetzagentur, die vorübergehend die Kontrolle bei Sefe ausübt, äußerte sich genauso wie das Ministerium.

Kapitalschnitt würde Gazprom faktisch enteignen

Im Umfeld von Sefe hieß es, eine Option sei, dass das Unternehmen einen Kapitalschnitt vorbereite, um dem Staat einen günstigen Einstieg zu ermöglichen. Der Schritt würde Gazprom de facto enteignen - wovor der Staat bislang aus Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen zurückgeschreckt ist. In Regierungskreisen hieß es zuletzt, die Treuhandlösung sei auf Dauer schwierig. Anders als bei Uniper plant die Regierung einem Insider zufolge aber keine Verstaatlichung des Gas-Importeurs VNG.

Am Mittwoch hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angesichts von Milliardenverlusten bei Uniper die Reißleine gezogen und die Übernahme von 99 Prozent der Anteile angekündigt. Der Deal soll bis zum Jahresende über die Bühne gehen. Insgesamt kostet die Rettung des größten deutschen Gaskonzerns den Steuerzahler bislang rund 29 Milliarden Euro.

Weil Gaslieferungen aus Russland ausbleiben, sind die Importeure massiv unter Druck geraten. Sie müssen am Spotmarkt teuren Ersatz beschaffen, um ihre Kunden wie vereinbart zu beliefern. Das setzt auch der Leipziger VNG und Sefe zu. VNG hatte kürzlich einen Antrag auf Staatshilfe gestellt. Habeck hatte angekündigt, darüber rasch zu entscheiden.

la/reuters
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