Verkauf von SUV und Plug-in-Hybriden Schwere Fahrzeuge, mehr CO2 - wie Daimler und BMW Schlupflöcher nutzen

Wenn Autohersteller besonders schwere Fahrzeuge wie SUV oder Plug-in-Hybride verkaufen, gilt für sie ein weniger strenger CO2-Grenzwert. Daimler und BMW nutzen dieses Schlupfloch, um ihre Emissionsziele zu erreichen, kritisiert die Organisation Transport & Environment.
Mercedes GLE 350: SUV sind wie auch Plug-in-Hybride besonders schwer - und profitieren von Sonderregelungen

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Foto: Dieter Rebmann DaimlerAG - Global Communications Mercedes-Benz Cars Global photos by Dieter Rebmann on behalf of Daimler AG/ Daimler AG

Die deutschen Autobauer Daimler und BMW lassen laut einer Studie keine Gelegenheit aus, um durch den Verkauf von scheinbar "elektrischen" Plug-in-Hybriden ihre Emissionsziele zu erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation Transport & Environment (T&E), in der mehrere europäische Umweltverbände zusammengeschlossen sind.

Dabei nutzen die Autohersteller eine Sonderregel, die damals auch auf Druck der Bundesregierung EU-weit aufgenommen wurde. Wenn Hersteller schwere Fahrzeuge verkaufen, müssen sie insgesamt weniger strenge CO2-Flottengrenzwerte einhalten. Begründet wurde diese Regel damit, dass die Hersteller eine solche "Flexibilität" brauchen. In der Praxis sei es aber ein Schlupfloch und eine Regelung, die den Absatz von emissionsstarken SUVs und schweren Plug-in-Hybriden geradezu fördert, so die Autoren der Studie. Die Daten von T&E zeigen, dass Daimler und BMW ihre EU-Ziele für 2021 ohne diese Regelung nicht erreichen würden.

Dabei sind nicht nur SUV, sondern auch Plug-in-Hybride umstritten. Hybride sind schwerer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennermotor, da sie sowohl einen Verbrenner- als auch einen Elektromotor besitzen. Das zusätzliche Gewicht des Elektromotors und des Akkus sorgen dafür, dass Plug-in-Hybride – wenn sie nicht aufgeladen werden – tatsächlich mehr CO2 ausstoßen als Fahrzeuge mit klassischem Verbrennermotor.

Doch der Verkauf schwerer SUV und schwerer Plug-in-Hybride sorgt nun dafür, dass die Autohersteller mehr Spielraum beim CO2-Ausstoß haben. Ohne diese Sonderregeln für schwere Autos und andere Schlupflöcher müssten Fahrzeughersteller in Europa in diesem Jahr 840.000 rein elektrische Autos mehr verkaufen, um ihre Zielvorgaben zu erreichen, heißt es in der Studie von T&E weiter.

"Daimler, die Volkswagen AG und BMW nutzen jedes noch so kleine Schlupfloch, um die Umstellung hin zu emissionsfreien Fahrzeugen hinauszuzögern", erklärte Stef Cornelis, Direktor T&E Deutschland. Die Organisation fordert deshalb strengere CO2-Flottengrenzwerte auf EU-Ebene.

la
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