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VERMÖGENSAUFBAU Schwarzbuch Aktienfonds

US-Investmentlegende John Bogle preist Indexprodukte als beste Geldanlage.
aus manager magazin 9/2007

ERKENNTNISWERT: John Bogle predigt seit Jahrzehnten, was er bereits 1951 in seiner Diplomarbeit herausgefunden hat: Nur die wenigsten Fondsmanager schlagen den Markt. Dass fast alle aktiv gemanagten Fonds weniger Rendite erzielen als Marktindizes wie Dax oder Dow Jones, lässt sich für die US-Investmentlegende leicht erklären: Schließlich gleiche auch für Experten die Auswahl von Einzeltiteln einem Roulettespiel. Und die Anleger zahlten für Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren und das Umschichten im Fondsportfolio drauf.

Wenn es um die falschen Anlageentscheidungen von Fondsmanagern und hohe Fondskosten geht, kann der boglesche Rundumschlag gar nicht groß genug sein. Kein Detail und keine Statistik bleiben unerwähnt. Falschen Versprechungen setzt er eine einfache Anlegerregel entgegen: Versuche nicht, den Markt zu schlagen, sondern investiere in ein Produkt, das möglichst genau das Marktwachstum abbildet. Am besten geht das seiner Meinung nach mit Fonds, die sich eins zu eins an einem Index orientieren. Breite Streuung und niedrige Kosten machten Indexfonds für den Anleger sehr ertragreich.

Stil: Deutsche Autoren erzählen trockenen Stoff oft so, dass der Leser Angst vor der nächsten Seite hat. Ganz anders Bogle: Amüsant und ohne Fachchinesisch führt der 78-Jährige durch sein Schwarzbuch Aktienfonds. Nur die immergleiche Quintessenz ("Indexfonds sind besser") nervt - auch wenn Bogle seine steten Wiederholungen selbstironisch kommentiert.

Nutzwert: Bogle muss zwar als befangen gelten, weil er Mitte der 70er Jahre den ersten Indexfonds auflegte, doch er behält mit seiner Analyse und Schlussfolgerung recht. Wer nach Wegen für einen einfachen und kostengünstigen Vermögensaufbau sucht, wird hier seine Bibel finden. Für den ganz eiligen Leser reicht auch das letzte Kapitel des Glaubensbekenntnisses - es ist so etwas wie "The Very Little Book of Common Sense Investing". Sven Böll

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