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Schnell und brutal

DaimlerChrysler: Die kühnen Visionen des Jürgen Schrempp (mm 12/2000)
aus manager magazin 2/2001

Die Darstellung erweckt Erinnerungen an das Ende des "Technologiekonzerns" unter Edzard Reuter (mm 8 und 9/1995). Im Banne des Schauspiels "Wie trimme ich einen Konzern in minimal kurzer Zeit auf maximalen Gewinn?" ist vieles in Vergessenheit geraten. Schrempps Strategie gehorchte dem Motto "Schnell und brutal".

Auch wenn man hinterher immer klüger ist: Die Aktionäre konnten und mussten darauf vertrauen, dass eine umfassende Aufbereitung und Prüfung im Sinne einer "Due Diligence", stattgefunden hat. Mit Blick auf Chrysler (Fusion) und Mitsubishi (Beteiligungserwerb) bahnt sich jedoch eine seltsame Duplizität an (AEG, Fokker und andere, die seinerzeit maßgeblich zum Verlust von 5,7 Milliarden Mark beigetragen hatten).

Die Fakten belegen: Die finanziellen Wunden, die dem ehemals goldgeränderte Bilanzen schreibenden "Stern aus Untertürkheim" in den letzten rund zehn Jahren geschlagen wurden, haben den Blue Chip der Aktienwelt zu einer Sternschnuppe (Entwicklung der Börsenkapitalisierung) gemacht.

Betrugen die "reinen" Finanzschulden im Jahr 1989 für den damaligen Daimler-Benz-Konzern null, so waren 1995 rund 22 Milliarden Mark ausgewiesen. Im Zwischenbericht zum 30. 9. 2000 sind umgerechnet 172 Milliarden Mark ablesbar - allerdings nur für die DaimlerChrysler AG.

Wer hat Recht? Roland Berger: "Jürgen Schrempp hat alles richtig gemacht"; oder Prof. Fredmund Malik: "Das Schicksal einer Firma darf nicht von einer Person abhängen."

Kurt Huppenbauer, Suttgart

Leider kann ich bei dem Job, den Herr Schrempp abliefert, nichts erkennen, das mit "Hölle" zu tun hätte.

Betriebswirtschaftlich war dieser Zusammenschluss ohnehin nicht notwendig. Ausbaden müssen es wieder die Aktionäre und die Mitarbeiter. Im Interesse des Konzerns und des von ihm immer geforderten Shareholder-Value sollte er bald seinen Hut nehmen. Die Abfindung wird großzügig sein.

Peter Reimann, Schwabach

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