Milliarden für Start-ups Die größten Gründerdeals des Jahres

Deutsche Start-ups sammeln derzeit so viel Geld bei Investoren ein wie selten zuvor. Damit pushen sie auch ihre Bewertungen in ungekannte Höhen. Ein Überblick über die bislang größten Finanzierungsdeals des Jahres.
Plötzlich "Einhorn": Scalable-Chef Erik Podzuweit kann sich dank frischer Investorengelder über eine Bewertung seines Onlinebrokers von mehr als einer Milliarde Dollar freuen

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Foto: imago stock / imago images/argum

Mehr als sieben Milliarden Euro flossen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits von Investoren in deutsche Start-ups. Das ist nach Angaben der Agentur PitchBook bereits mehr als die Summe, die 2020 im gesamten Jahr erreicht wurde. Mit Blick auf Europa beläuft sich das Investitions-Volumen der Researchfirma zufolge im Jahr 2021 bislang auf rund 43,7 Milliarden Euro. Auch dieser Wert liegt nahe an der Gesamtsumme des Vorjahres.

Kein Zweifel: So rege wie gegenwärtig haben Investoren die Gründerszene in Deutschland und darüber hinaus kaum je zuvor mit Wachstumskapital versorgt. Dabei steigt nicht nur das Volumen der Finanzierungsdeals rapide an. Auch die Bewertungen der Jungunternehmen schießen in die Höhe.

Das geht aus dem jüngsten "Titans of Tech Report" hervor, den das Beratungsunternehmen GP Bullhound vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Demnach war 2020 "ein Rekordjahr des Wertzuwachses in der europäischen Tech-Branche". Die Bewertung der Tech-Branche in Europa sei in den vergangenen zwölf Monate auf 800 Milliarden Dollart gestiegen, so der Report. Ein Plus von 380 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr.

Wie sehr die Firmenwerte einzelner Start-ups im Zuge der Geldflut gestiegen sind, lässt sich zudem an der Zahl der "Unicorns" erkennen. Das sind Unternehmen, die auf einen Wert von mehr als einer Milliarde Dollar kommen, ohne an der Börse notiert zu sein. Laut GP Bullhound gibt es inzwischen 166 solcher Unicorns in Europa - allein 52 davon erreichten den Status in den vergangenen zwölf Monaten.

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Die größten Start-up-Geldspritzen des Jahres in Deutschland

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Einen Wechsel gab es zuletzt an der Spitze des Länderrankings: Schweden konnte dank der gestiegenen Bewertung von Unternehmen wie Klarna, Spotify und Evolution Gaming Großbritannien im Gesamtwert seiner "Unicorns" überholen. Bei der Anzahl der "Unicorns" haben die Briten mit 37 europaweit allerdings nach wie vor die Nase vorn (Schweden: 13).

Deutschland kommt inzwischen auf 23 "Einhörner", die es laut GP Bullhound auf einen Gesamtwert von 119 Milliarden Dollar bringen. Neu hinzugekommen sind nach kürzlichen Finanzierungsrunden beispielsweise der Lebensmittellieferdienst Gorillas, das Flugtaxi-Start-up Lilium sowie die Digitalspedition Sennder.

Die bislang größte Finanzierungsrunde des Jahres brachte hierzulande indes jüngst die Softwarefirma Celonis über die Bühne. Mit einer Kapitalspritze von rund einer Milliarde Dollar trieben Investoren den Wert des Unternehmens auf elf Milliarden Dollar in die Höhe . Celonis rückte damit in die Riege der "Decacorns" auf, womit nicht börsennotierte Firmen mit einem Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar gemeint sind.

cr
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