Affäre beim Software-Riesen Ex-Betriebsratschef von SAP soll Aufsichtsrat verlassen

Der gekündigte frühere Betriebsratschef von SAP soll auch den Aufsichtsrat verlassen. Dies will Europas größter Softwarekonzern nun durch einen Antrag beim Amtsgericht durchsetzen.
SAP-Zentrale in Walldorf: Die Affäre um den Ex-Betriebsratschef spitzt sich zu

SAP-Zentrale in Walldorf: Die Affäre um den Ex-Betriebsratschef spitzt sich zu

Foto: Uwe Anspach / dpa

Die Affäre um den bereits gekündigten ehemaligen Betriebsratschef von SAP, Ralf Z., spitzt sich zu. Der Aufsichtsrat von SAP habe beschlossen, die Abberufung eines Mitglieds auf Arbeitnehmerseite aus dem Aufsichtsrat gerichtlich zu beantragen, teilte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Walldorf mit. Der Antrag werde in den nächsten Tagen beim Amtsgericht Mannheim eingereicht. Nähere Angaben machte der Sprecher nicht.

Der frühere Betriebsratschef des Dax-Konzerns hat schon vor einigen Monaten seinen Posten geräumt. Ihm ist vom Unternehmen inzwischen gekündigt worden. Dagegen klagt er vor dem Arbeitsgericht.

Gegen Z. und einen weiteren früheren Arbeitnehmervertreter hatte der Softwarekonzern interne Untersuchungen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten eingeleitet. Der frühere Betriebsratschef hatte im Juni der "Rhein-Neckar-Zeitung" gesagt, der Rücktritt sei "keine leichte Entscheidung" gewesen. Auf seine Beweggründe ging er dabei nicht ein.

Der gekündigte Betriebsratschef soll im Zuge einer Untersuchung gegen seinen Betriebs- und Aufsichtsratskollegen in "mehrfacher Weise eine Aufklärung erschwert, Indiztatsachen unterdrückt" und dabei versucht haben, "die Ermittlung der Wahrheit zu verhindern", heißt es in Unterlagen, die der Deutschen Presseagentur (dpa) vorliegen. Gegen den Kollegen von Z. ermittelt SAP intern nach dem Hinweis eines Whistleblowers wegen Verdachts des Lohnbetruges.

la/dpa-afx
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