Nach Säureanschlag Anklage gegen Belgier wegen Angriff auf Ex-RWE-Manager

Vor vier Jahren war der frühere Innogy-Manager Bernhard Günther Opfer eines Säureanschlags geworden. Jetzt wird dem mutmaßlichen Täter der Prozess gemacht.
Der Manager Bernhard Günther (Bild Januar 2020) war im März 2018 Opfer eines Säureanschlags geworden

Der Manager Bernhard Günther (Bild Januar 2020) war im März 2018 Opfer eines Säureanschlags geworden

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Vier Jahre nach dem Säureanschlag auf den Energie-Manager Bernhard Günther (55) in Haan bei Düsseldorf hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal Anklage gegen einen 41-Jährigen erhoben. Dem Belgier werde gemeinschaftliche schwere Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Mann soll zusammen mit einer weiteren Person den damals 51-jährigen Manager am 4. März 2018 nach dem Joggen in der Nähe seines Wohnhauses überfallen und mit hoch konzentrierter Säure schwer verletzt haben. Dem Angeklagten drohe bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren, hieß es laut Mitteilung.

Die Staatsanwaltschaft nannte den Namen des Opfers nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Justizkreisen handelt es sich aber um Günther. Der Manager war zur Tatzeit Finanzchef der später von Eon übernommenen RWE-Tochter Innogy. Seit Februar vergangenen Jahres ist der Manager Finanzvorstand des Energieunternehmens Fortum.

Innogy hatte seinerzeit eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt. In einem Interview hatte sich Günther überzeugt gezeigt, dass das Motiv hinter der Tat im "beruflichen Umfeld" liege.

Der Beschuldigte war am 14. Dezember 2021 in der belgischen Provinz Limburg nach Erlass eines europäischen Haftbefehls widerstandslos festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden. Ermittlungen hatten ergeben, dass sein DNA-Profil mit am Tatort aufgefundenen DNA-Spuren übereinstimmte. Bislang hat er sich laut Staatsanwaltschaft nicht zur Tat eingelassen.

Ermittelt wurde auch gegen andere Verdächtige. Unter anderem gab es im Oktober 2019 im Zusammenhang mit der Tat eine Verhaftung eines Mannes in Köln. Ein weiterer Tatverdacht habe sich aber nicht erhärtet, so die Staatsanwaltschaft. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.

rei/DPA