Irischer Billigflieger Ryanair fliegt zurück in die Gewinnzone

Die Flugbuchungen ziehen wieder an, Michael O'Leary kann den ersten Quartalsgewinn seit Beginn der Pandemie verkünden. Für das Gesamtjahr ist der Ryanair-Chef jedoch pessimistischer.
Die Lage entspannt sich etwas: Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet damit, dass die erfreuliche Dynamik bis Ostern und Sommer 2023 bleibt. Der nahende Winter jedoch "wird hart", so O´Leary

Die Lage entspannt sich etwas: Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet damit, dass die erfreuliche Dynamik bis Ostern und Sommer 2023 bleibt. Der nahende Winter jedoch "wird hart", so O´Leary

Foto: NICOLAS MAETERLINCK / AFP

Erstmals seit dem Start der Corona-Pandemie hat der irische Billigflieger Ryanair wieder einen Quartalsgewinn eingefahren. Nach einem Verlust von 225,5 Millionen Euro im Vergleichszeitraum stand nun für die Monate Juli bis September ein Gewinn von 225 Millionen Euro unter dem Strich, wie der Easyjet-Rivale am Montag in Dublin mitteilte.

Die Buchungen für die Herbst- und Weihnachtsferien hätten angezogen, teilte Ryanair weiter mit. Das Management um Vorstandschef Michael O'Leary (60) rechnet damit, dass diese Dynamik auch bis Ostern und Sommer kommenden Jahres anhält. In seinem zweiten Geschäftsquartal erlöste der Billigflieger mit knapp 1,8 Milliarden Euro fast 70 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum.

Die Corona-Pandemie brachte den Flugverkehr weltweit zum Erliegen und stürzte die Branche mit enormen Verlusten in Existenznot, sodass staatliche Finanzspritzen notwendig waren. Mit dem Abbau von Reiserestriktionen füllten sich die Flugzeuge ab Sommer aber wieder. Auch die Lufthansa, die am Mittwoch ihre Zahlen veröffentlicht, hatte für dieses Sommerquartal von Juli bis September im operativen Geschäft schwarze Zahlen in Aussicht gestellt, wenn Restrukturierungskosten herausgerechnet werden.

Ryanair prüft Rückzug von der Börse

Den Rest des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres bezeichnete Ryanair-Chef O'Leary dennoch als herausfordernd. "Der Winter wird hart." Das Unternehmen senkte daher die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr auf 100 bis 200 Millionen Euro Verlust. Zuvor war ein Pendeln um die Nulllinie erwartet worden. Die Zahl der Fluggäste soll für das Jahr nun bei mehr als 100 Millionen liegen, nach bislang 90 bis 100 Millionen.

Ryanair teilte weiter mit, dass das Unternehmen einen Rückzug von der Londoner Börse erwäge. Im Zuge des Brexits sei das gehandelte Aktienvolumen deutlich zurückgegangen, hieß es zur Begründung. Im Dezember hatte die Fluggesellschaft alle Nicht-EU-Bürger vom Kauf von Stammaktien ausgeschlossen und ihre Stimmrechte kassiert.

mg/dpa-afx, Reuters
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