Vergütungen bei Konzernen Deutsche RWE-Beschäftigte verdienen im Schnitt 116.000 Euro

Wer bei einem großen Unternehmen arbeitet, hat oft ein besseres Gehalt als Durchschnittsverdienende. Einem Zeitungsbericht zufolge zahlen einige Konzerne besonders hohe Vergütungen.
RWE-Zentrale in Essen (2018)

RWE-Zentrale in Essen (2018)

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Bei einem Essener Unternehmen wird offenbar besonders gut verdient: Der Stromkonzern RWE bezahlt in Deutschland eine durchschnittliche Vergütung an seine Beschäftigten im Jahr von 116.000 Euro, wie die »Rheinische Post« berichtet. Die Angabe geht demnach aus dem Vergütungsbericht des Unternehmens hervor, in dem eigentlich die Vorstandsgehälter erklärt werden. RWE teilte auf Anfrage der Zeitung mit, in Deutschland 14.200 Beschäftigte zu haben.

Neuerdings legt das Aktiengesetz fest, dass die Unternehmen in dem Bericht nicht nur die Bezüge ihrer Spitzenkräfte offenlegen, sondern auch Angaben zu den Gehältern der breiten Belegschaft machen müssen, um die Vergütungen der Vorstände und Aufsichtsräte damit vergleichen zu können.

Auch einige andere Konzerne nennen in ihren Vergütungsberichten die durchschnittliche Vergütung ihrer Beschäftigten in Deutschland. Die »Rheinische Post« hat dort insbesondere Daten zu den in Nordrhein-Westfalen ansässigen Konzernen recherchiert. Bei Henkel gibt es demnach 91.924 Euro pro Kopf, bei Eon 74.000 Euro, bei Thyssenkrupp sind es 64.689 Euro, bei der Post 50.214 Euro pro Kopf im Schnitt im Jahr. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Prämien und Sonderzahlungen in diesen Summen enthalten sind. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Bruttogehalt aller Beschäftigten in Deutschland liegt bei 49.200 Euro brutto.

Beim Chemiekonzern Bayer liegt die durchschnittliche Vergütung dem Bericht zufolge sogar bei 104.000 Euro – allerdings gehe aus einer Fußnote hervor, dass Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung hier einbezogen wurden. Wenn diese abgezogen werden, entspricht das grob gerechnet einem jährlichen Bruttogehalt von etwas mehr als 85.000 Euro. Inwieweit auch bei den anderen genannten Konzernen die Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen – die abhängig vom konkreten Beitragssatz in der Krankenversicherung in der Regel rund 20 Prozent des Bruttogehalts betragen – in den angegebenen durchschnittlichen Vergütungen enthalten sind, ist unklar.

fdi/spon