Rohstoff für Auto-Akkus Lithium aus Deutschland - Rock Tech treibt Projekt in Brandenburg voran

In der Nähe von Teslas Gigafactory in Grünheide will das Rohstoff-Unternehmen Rock Tech Lithium batteriefähiges Lithiumhydroxid für E-Autos herstellen. Der Bau der Fabrik könnte noch im Herbst beginnen.
Baubeginn voraussichtlich im Herbst: Im Industriegebiet Süd der brandenburgischen Stadt Guben soll das Werk von Rock Tech Lithium entstehen

Baubeginn voraussichtlich im Herbst: Im Industriegebiet Süd der brandenburgischen Stadt Guben soll das Werk von Rock Tech Lithium entstehen

Foto: Stadt Guben / dpa

Die geplante Ansiedlung des kanadischen Rohstoff-Unternehmens Rock Tech Lithium im brandenburgischen Guben (Spree-Neiße) nimmt weiter Gestalt an. Die Stadt habe mit bauvorbereitenden Maßnahmen auf dem ausgewiesenen Industriegebiet begonnen, sagte Bürgermeister Fred Mahro der Deutschen Presse-Agentur. Darunter fielen etwa die Umsiedlung von Tierarten, die in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde in Ersatzhabitate gebracht werden. Ein Abschluss der Arbeiten sei für September geplant. Das Unternehmen aus Kanada hatte das Gelände im vergangenen Jahr von der Stadt und den Stadtwerken gekauft.

Das Unternehmen plant eine Anlage zur Herstellung von batteriefähigem Lithiumhydroxid für Elektroautos. In Guben sollen jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid für die Batterien von 500.000 Elektroautos produziert werden. Rund 470 Millionen Euro sollen investiert werden. Der Produktionsstart ist für 2024 geplant. Nach Angaben des Unternehmens sollen 170 Arbeitsplätze entstehen.

Rock Tech ist nicht der einzige Player, der in Deutschland den begehrten Rohstoff produzieren will. Da der Bedarf nach batteriefähigem Lithiumhydroxid mit dem Hochlaufen der Elektroautoindustrie in den kommenden Jahren rasant steigen wird, drängen zahlreiche Anbieter in den Markt.

In Deutschland will etwa das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energie deutsches Lithium aus Thermalwasser fördern , das im Oberrheingraben zwischen Frankfurt und Basel im Untergrund lagert. Eine Anlage des niederländischen Partners Nobian in Frankfurt veredelt es zum Batteriematerial Lithiumhydroxid-Monohydrat. Interesse an dem Produkt haben nach Angaben von Vulcan unter anderem VW, Stellantis und Renault bekundet.

Bauarbeiten sollen im Herbst beginnnen

Bei Rock Tech in Brandenburg könnten erste Bauarbeiten nach dpa-Informationen voraussichtlich im Herbst beginnen. Nach einem gestarteten Genehmigungsverfahren hatte Rock Tech im Februar eine erste Teilgenehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) beantragt. Der Antrag für eine zweite Teilgenehmigung soll in den nächsten Monaten eingereicht werden, wie Pressesprecher Wolfgang Böhm mitteilte. Das Genehmigungsverfahren erfolge in drei Teilgenehmigungsschritten, was eine sichere Planung und zugleich einen zügigen Projektfortschritt möglich mache. Ein Termin für die öffentliche Auslegung der Unterlagen werde demnächst bekanntgegeben.

In einem ersten Schritt sollen nach Unternehmensangaben Verwaltungsgebäude und Labor errichtet werden. Die zweite Teilgenehmigung umfasst die eigentliche Anlage, die dritte den Versorgungsbereich.

Ein Teil des für die Produktion erforderlichen Lithiums wird aus dem Vorkommen des Unternehmens im kanadischen Georgia Lake stammen. Rock Tech Lithium will nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen weltweit einen geschlossenen Kreislauf für Lithium schaffen. Bereits 2030 sollen rund 50 Prozent der eingesetzten Rohstoffe aus dem Recycling von Altbatterien stammen.

Ob und wie Rock Tech mit dem US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide zusammenarbeitet, dazu äußerte sich das Unternehmen auf Anfrage nicht. Der Gleisanschluss in Guben habe für Rock Tech unabhängig von Tesla für die Anlieferung des Rohmaterials aus lithiumhaltigen Gestein eine große Bedeutung, erklärte der Unternehmenssprecher. Auch die Auslieferung des veredelten Lithiumhydroxids könne so möglichst umweltschonend umgesetzt werden.

dri/dpa