Elektro-Sportwagenbauer Rimac sammelt 500 Millionen Dollar ein – von Porsche, Softbank und Goldman Sachs

Mate Rimac, der "Elon Musk des Balkans", erhält frisches Geld für den Ausbau seines Geschäfts mit Elektro-Sportwagen und leistungsstarken Autobatterien. Rimac-Anteilseigner Porsche zieht bei der Finanzierungsrunde kräftig mit.
Mate Rimac: Das Geschäft mit Elektro-Supersportwagen betreibt Rimac gemeinsam mit Bugatti. Porsche hält 45 Prozent an dem Joint Venture

Mate Rimac: Das Geschäft mit Elektro-Supersportwagen betreibt Rimac gemeinsam mit Bugatti. Porsche hält 45 Prozent an dem Joint Venture

Foto: Bugatti

Der kroatische Sportwagen-Hersteller Rimac hat bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde insgesamt 500 Millionen Euro frisches Geld erhalten. Die Mittel stammen nach Angaben des Unternehmens unter anderem aus dem "Vision 2 Fund" des japanischen Technologieinvestors Softbank, der US-Investmentbank Goldman Sachs sowie von der VW-Tochter Porsche, die 45 Prozent an der Fahrzeugsparte "Bugatti Rimac" hält. Mit der neuen Finanzierungsrunde steigt die Bewertung von Rimac auf mehr als zwei Milliarden Euro.

Das Geld solle vor allem für das weitere Wachstum des Unternehmens verwendet werden, sagte Firmengründer und Haupteigner Mate Rimac. Insbesondere das Zuliefergeschäft werde ausgebaut.

Einen schnellen Börsengang schloss Rimac aus. "Wir denken sehr langfristig", sagte er; ihm gehe es um einen Horizont von 100 Jahren. Aus diesem Grund habe Rimac sich auch gegen einen Börsengang durch die Hintertür über einen Spac entschieden. "Ich bin sehr glücklich damit, das war eine gute Entscheidung." Vor einem Börsengang müsse das Unternehmen noch etwas reifer und die Geschäfte besser absehbar werden. Als Schwelle nannte Rimac einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro - derzeit erwirtschafte das Unternehmen etwa die Hälfte davon. "Warum sind die Spacs gescheitert - sie haben Versprechungen abgegeben, die sie nicht halten konnten", sagte Rimac.

Fahrzeuggeschäft mit Bugatti fusioniert - Porsche als Anteilseigner bei Finanzierungsrunde dabei

Das Elektroauto-Startup hat sein Fahrzeuggeschäft im vergangenen Jahr mit Bugatti unter dem Namen "Bugatti Rimac" zusammengeschlossen. Die VW-Tochter Porsche hält an dem Joint-Venture 45 Prozent, der Rest liegt bei der Rimac-Holding. Bugatti Rimac entwickelt derzeit das 2,5 Millionen US-Dollar teure Rimac Nevera Hypercar, ein 1.914 PS starkes Elektrofahrzeug.

Porsche ist über seine 45-Prozent-Minderheitsbeteiligung an dem Joint-Venture Bugatti Rimac mit insgesamt 20 Prozent an Rimac beteiligt. Als wichtiger Rimac-Anteilseigner ist auch die VW-Tochter bei der Finanzierungsrunde dabei und investiert eine zweistellige Millionensumme. "Wir freuen uns, dass Rimac neue namhafte Investoren gewonnen hat und blicken optimistisch auf die weitere Entwicklung dieses Unternehmens", sagte Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Porsche AG.

Frisches Geld fließt vor allem in Zuliefergeschäft

In der zweiten Sparte namens "Rimac Technology" hat Rimac das Zuliefergeschäft gebündelt. Diese Sparte, die Teile wie Batterien, Elektro-Achsen und Unterhaltungselektronik für andere Autobauer zuliefert, solle mit dem frischen Geld gestärkt werden, sagte Rimac. Ab dem Jahr 2024 kämen einige Projekte zum Laufen, bei denen es um größere Stückzahlen gehe. Dabei gehe es vor allem um Batterien, die insbesondere in Spitzenmodellen zum Einsatz kämen.

Rimac baut derzeit eine neue Zentrale vor den Toren der kroatischen Hauptstadt. Allein im laufenden Jahr sollen 700 Mitarbeiter eingestellt werden; derzeit sind mehr als 1.500 Menschen bei dem Sportwagenbauer beschäftigt, der neben dem Standort Kroatien auch Niederlassungen in Frankreich, Berlin und Großbritannien hat. Das Unternehmen schaue sich weitere Standorte an, sagte Rimac. Dabei könne Italien eine Option sein.

Wichtig sei, dass das Geld Rimac auch helfen wird, unabhängig von großen Autoherstellern zu bleiben, sagte der CEO. "Es ist sehr gut für uns, Porsche und Hyundai als Anteilseigner zu haben, aber wir wollen nicht vollständig von ihnen abhängig sein."

la/reuters
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