Aktie steigt um ein Drittel Virgin Galactic darf Touristen ins All fliegen

Richard Bransons Firma Virgin Galactic bekommt die Lizenz für kommerziellen Weltraumtourismus. Hunderte Tickets sind bereits verkauft, der Erstflug steht kurz bevor - in einem engen Rennen mit Jeff Bezos.
Rennen ins All: Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson will schneller sein als Jeff Bezos

Rennen ins All: Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson will schneller sein als Jeff Bezos

Foto: Bob Riha Jr/ dpa

Der Milliardär Richard Branson (70) darf jetzt Touristen ins All bringen. Sein Unternehmen Virgin Galactic erhielt nach Angaben vom Freitag grünes Licht von der US-Flugaufsicht FAA. Virgin Galactic-Chef Michael Colglazier sagte, die Erlaubnis der FAA sei ermutigend. Für den Sommer sei der erste voll bemannte Testflug geplant. Die Aktien der Raumfahrtfirma stiegen am Freitag um bis zu 40 Prozent.

Im vergangenen Monat war zum ersten Mal ein bemanntes Raumschiff des Unternehmens vom neuen Hauptquartier in New Mexiko aus ins All geflogen. Das Raumschiff war mit zwei Piloten bis an die Weltraumgrenze geflogen und sicher auf die Erde zurückgekommen. In dem Spaceship Two haben sechs Passagiere Platz. Auch Branson selbst war schon ins All geflogen.

Branson ist nicht der einzige Milliardär, der von Weltraumreisen träumt: Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos (57) mit seinem Unternehmen Blue Origin und SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk (49) arbeiten an kommerziellen Angeboten. Bezos kündigte Anfang Juni an, er werde am für den 20. Juli geplanten kommerziellen Erstflug von Blue Origin persönlich teilnehmen und habe auch seinen Bruder eingeladen. Kurz darauf wurde ein Passagierplatz auf demselben Flug in einer dramatisch inszenierten Auktion für 28 Millionen Dollar versteigert.

Etwa zeitgleich wurde bekannt, dass Branson schon am Wochenende um den 4. Juli ins All fliegen wolle. Demnach könnte er dies noch einige Wochen vor Bezos schaffen. Die Virgin-Flüge kommen jedoch nicht ganz so hoch wie die von Blue Origin - es ist daher Ansichtssache, ob sie als Weltraumflüge zählen. Während Virgin die Grenze zwischen Erdatmosphäre und All ebenso wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa bei 50 Meilen (gut 80 Kilometer) über dem Meeresspiegel sieht, richtet sich Blue Origin nach der Definition des Luftsportverbands Fédération Internationale Aéronautique. Demnach ist das All erst 100 Kilometer über der Erde erreicht, was Blue Origin erreicht, Virgin Galactic aber nicht. Alle Menschen, die bisher als Touristen ins All gereist sind, wurden von russischen Raumschiffen in die Schwerelosigkeit gebracht.

Virgin Galactic hat nach eigenen Angaben mehr als 600 Reservierungen für 90-minütige Flüge, die für einige Minuten in die Schwerelosigkeit führen. Ein Ticket kostet 250.000 Dollar. Das Unternehmen, das 2019 an die Börse ging, schien lange weit voraus auf dem Weg zum kommerziellen Weltraumtourismus, bevor 2014 ein Testflugzeug verunglückte.

ak/Reuters
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