Milliardärswettstreit gewonnen Richard Branson - einmal ins All und wieder zurück

Richard Branson hat das Rennen der Milliardäre für sich entschieden: Noch vor Jeff Bezos und Elon Musk absolvierte der Brite seinen ersten Weltraumflug.
Wieder gelandet: Milliardär Richard Branson (unten links im Bild) feiert mit seiner Crew

Wieder gelandet: Milliardär Richard Branson (unten links im Bild) feiert mit seiner Crew

Foto: PATRICK T. FALLON / AFP

Im Rennen der drei Milliardäre um die Führungsrolle in der Weltraumtouristik hat der britische Unternehmer Richard Branson (70) als erster eine Tour in Richtung All unternommen. Branson verließ am Sonntag mit seinem Raumflugzeug VSS Unity in den USA den Erdboden, um in rund 80 Kilometern Höhe die Grenze zwischen Atmosphäre und Weltraum zu erreichen. Nach rund einer Stunde landeten Branson und seine fünf Begleiter, darunter zwei Piloten, wieder auf der Erde. Branson wetteifert mit Amazon-Gründer Jeff Bezos (57)und dem Chef des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk (50), um den Einstieg ins Geschäft mit Weltraumtouristen. Die Aktie von Bransons Raumfahrtfirma Virgin Galactic  gewannen am Montag mehr als 9 Prozent.

Branson, der mit seinem Mischkonzern Virgin Group in der Musikbranche und der Luftfahrt ein Vermögen gemacht hat, hatte diesen persönlichen Testflug Anfang Juli angekündigt. Dem vorausgegangen waren mehrere bemannte und unbemannte Testflüge seines Unternehmens. 2014 kam bei einem Absturz ein Pilot ums Leben. Der Flug am Sonntag war der erste mit der vollen Besatzung von sechs Personen.

Branson betreibt die Raumfahrtfirma Virgin Galactic. Es konkurriert mit den Unternehmen Blue Origin von Bezos und SpaceX von Musk. Auch wenn die Milliardäre eine persönliche Rivalität dementieren, ist Branson mit seinem All-Trip auch ein gelungener PR-Coup gegen seinen Konkurrenten Bezos gelungen: Der reichste Mann der Welt hatte in den vergangenen Wochen seinen Flug ins Weltall am 20. Juli mit großem Aufwand beworben - dann kam Branson und kündigte an, dass er neun Tage früher fliegen werde. Bezos wünschte Branson "einen erfolgreichen und sicheren Flug". Mit dem Tesla-Chef posierte Branson am Sonntagmorgen noch auf einem Twitterfoto und schrieb: "Ein großer Tag liegt vor uns. Toll, um den Morgen mit einem Freund zu beginnen. Ich fühle mich gut, aufgeregt, bereit."

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Unter Experten ist allerdings strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. So haben auch Soldaten der U.S. Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Branchenexperten der Schweizer Großbank UBS rechnen damit, dass sich zum Thema Weltraumtourismus bis Ende des Jahrzehnts ein Markt von jährlich drei Milliarden Dollar entwickelt. Wohlhabende Menschen aus aller Welt haben sich bei den Anbietern bereits auf die Wartelisten gesetzt, um Flugtickets zum Preis von jeweils rund 250.000 Dollar zu ergattern. Ab 2022 sollen die Flüge starten.

mg/Reuters, DPA
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