Vorstandswechsel in Essen Renewables-Chefin Anja-Isabel Dotzenrath verlässt RWE

Der Energiekonzern RWE ordnet seine Sparte für Erneuerbare Energien um - Anja-Isabel Dotzenrath steht künftig nicht mehr an deren Spitze. Sie hat das Unternehmen bereits verlassen und wird gleich durch zwei Führungskräfte ersetzt.
Auf der Suche nach neuen Wegen: Anja-Isabel Dotzenrath baute bei RWE das Erneuerbare-Energien-Geschäft auf

Auf der Suche nach neuen Wegen: Anja-Isabel Dotzenrath baute bei RWE das Erneuerbare-Energien-Geschäft auf

Foto: Kay Nietfeld / dpa / picture alliance

RWE ordnet angesichts des schnellen Wachstums des Ökostromgeschäfts seine Sparte Erneuerbare Energien neu und verteilt dabei die Verantwortlichkeiten im Management um. Die bisherige Chefin des Bereichs, Anja-Isabel Dotzenrath (54), hat im Zuge dessen den Konzern verlassen.

Bemerkenswert: Laut Mitteilung  von RWE räumte Frau Dotzenrath ihren Posten am selben Tag, an dem die Veränderung veröffentlicht wurde, und das, ohne selbst ein Wort zur Begründung oder zum Abschied zu publizieren - ein harmonischer Abgang verläuft erfahrungsgemäß anders. RWE-Chef Markus Krebber (48) immerhin dankte ihr für ihre "herausragende Arbeit" und bedauerte, dass sie sich entschieden habe, den Konzern zu verlassen.

Dotzenrath geht auf eigenen Wunsch, heißt es vonseiten des Unternehmens. Die studierte Elektrotechnikerin repräsentierte den Wandel der Essener vom Kohlekonzern zum Ökostromer. Sie hatte seit Oktober 2019 das Geschäftsfeld geführt und musste dabei - einmalig in der Energieszene - einen trilateralen Merger bewältigen, mit Beteiligten von Eon sowie dem RWE-Spin-off Innogy, und alles unter dem Dach von "New RWE". Die gelungene Integration der Mannschaften und Geschäftsfelder gilt intern zum Großteil als ihr Verdienst. Das manager magazin zählte Dotzenrath zu den 100 einflussreichsten Wirtschaftsfrauen in Deutschland .

Mit der Trennung des Offshore- und Onshore-Geschäfts in separate Bereiche wolle RWE sich besser auf die spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Geschäfte ausrichten, hieß es weiter. Das Wachstum soll beschleunigt werden, mittelfristig könnte es sogar zu einer weiteren organisatorischen Trennung von Offshore- und Onshore-Bereich kommen.

Das Geschäft mit der Windkraft auf hoher See (Offshore) fällt künftig in einen eigenen Bereich, für den nach Angaben des Unternehmens Sven Utermöhlen die Verantwortung übernimmt. Er hat als COO bisher das globale Wind-Offshore-Geschäft der RWE Renewables verantwortet. Das Geschäft mit der Windkraft an Land und den Solaranlagen übernimmt Silvia Ortin Rios, die diesen Bereich derzeit als Chief Operating Officer in Amerika leitet.

buc/Reuters