Mangelnde Beweise René Benko in Korruptionsprozess freigesprochen

Kaufhaus-Investor René Benko und andere prominente Unternehmer mussten sich in Österreich einem Verfahren wegen möglicher Korruption stellen. Jetzt wurden sie wegen mangelnder Beweise freigesprochen.
Freigesprochen: "Die Anklage hatte keinerlei Substanz, die Vorwürfe waren von Beginn an falsch und haltlos", ließ René Benko mitteilen

Freigesprochen: "Die Anklage hatte keinerlei Substanz, die Vorwürfe waren von Beginn an falsch und haltlos", ließ René Benko mitteilen

Foto: Sebastian Widmann/ Getty Images

Der österreichische Kaufhaus-Investor René Benko (45) und neun weitere Angeklagte sind in Wien vom Vorwurf der politischen Korruption  freigesprochen worden. Die Geschworenen kamen am Montag zum Schluss, dass ausreichende Beweise fehlten. Die Anklage hatte den Vorwurf erhoben, dass ein ehemaliger Wiener Gemeinderat von mehreren prominenten Immobilien-Unternehmern und Managern Spenden für ein Schulprojekt in Südafrika angenommen hatte und sich im Gegenzug für deren Immobilienprojekte eingesetzt habe.

Insgesamt hatten die Mitangeklagten das vom Gemeinderat Christoph Chorherr (62, Grüne) betriebene Hilfsprojekt mit etwa 1,6 Millionen Euro unterstützt. Unternehmen aus Benkos Signa Holding, zu der mittlerweile auch die Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof gehört, hatten 100.000 Euro im Jahr 2011 gespendet. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft warf Chorherr Bestechlichkeit und Amtsmissbrauch vor, den neun Spendern Bestechung und Anstiftung zum Amtsmissbrauch.

Benko streitet Zusammenhang ab

Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hatte in dem Zuge Büroräume des Signa-Eigners durchsucht. Wenig später stellten offenbar auch deutsche Aufseher Fragen. Nach Informationen des SPIEGEL leitet auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin Ermittlungen gegen Benko ein.

Alle Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Ihre Anwälte argumentierten, dass wohltätige Spenden Teil moderner Unternehmenskultur seien. Benko und einige andere Angeklagte sagten aus, dass sie Chorherr nicht persönlich kannten und nicht wussten, dass der Politiker in das Projekt in Südafrika involviert war. Einen Zusammenhang zwischen den Zahlungen und den Immobilienprojekten stritten sie ab.

"Die Anklage hatte keinerlei Substanz, die Vorwürfe waren von Beginn an falsch und haltlos", ließ Benko über einen Sprecher mitteilen. Es sei ein "sehr faires Beweisverfahren" gewesen. "Damit ist das Thema für mich erledigt", sagte er.

Eine Sorge weniger also für Kaufhauskönig Benko, der mit seiner Holding die beiden Marken Kaufhof und Karstadt zu Galeria fusionierte. Galeria befindet sich seit Ende November 2022 in einem Schutzschirmverfahren. Benko arbeitet nun am Comeback der Kaufhauskette samt personeller Neuaufstellung .

dri/dpa-afxp
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