Berliner Reiseplattform Omio sammelt 80 Millionen Dollar ein

Die Pandemie brachte die Reiseplattform Omio in Schwierigkeiten. Nun hat das Berliner Einhorn weitere 80 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt. Die Bewertung des Unternehmens blieb jedoch gleich.
Omio-Chef Naren Shaam: Das 2013 gegründetes Start-up hat eine neue Finanzspritze bekommen

Omio-Chef Naren Shaam: Das 2013 gegründetes Start-up hat eine neue Finanzspritze bekommen

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

Die Berliner Reiseplattform Omio hat 80 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Das 2013 gegründete Start-up, das früher unter dem Namen GoEuro firmierte, bietet vor allem Tickets für Bus- und Bahnreisen quer durch Europa an und ist eines der wenigen jungen Unternehmen weltweit, das noch einen Platz neben Giganten wie Booking oder Expedia gefunden hat.

An der Geldspritze beteiligten sich Lazard Asset Management und Stack Capital sowie Bestandsinvestoren wie Temasek und Fonds, die von Goldman Sachs verwaltet werden. "Diese Finanzierung von starken Investoren nach mehr als zwei schwierigen Jahren unterstreicht die enorme Stärke und das Potenzial unseres Geschäftsmodells sowie unseren Glauben, dass das menschliche Bedürfnis zu reisen unerschütterlich ist", sagte Firmenchef Naren Shaam. Schlechteren Marktbedingungen durch die Zinswende, Wirtschaftsabkühlung und Talfahrt von börsennotierten Technologiewerten haben dem Unternehmen zu schaffen gemacht.

Der Corona-Schock dürfte mittlerweile überwunden sein. Von 20.000 Buchungen täglich ist zu hören, deutlich mehr als noch 2019 . Profitabel ist Omio noch nicht, aber es soll nur wenig dazu fehlen.

Bewertung bleibt bei einer Milliarde Dollar

Die Bewertung des Unternehmens von Omio stagniert jedoch trotz neuer Finanzierungsrunde Insidern zufolge weiterhin bei den vor der Coronakrise erzielten knapp eine Milliarde Dollar, womit das Unternehmen im Jargon der Investmentbanker als Einhorn gilt. Die Folgen der Pandemie für sein Unternehmen hatte Shaam in einem Interview einmal mit einem Unfall bei voller Fahrt verglichen.

Über Omio können Züge, Flüge, Fähren und Busse in Europa, den USA sowie Kanada miteinander verglichen und gebucht werden. Das Unternehmen kooperiert dafür mit mehr als 1000 Transportunternehmen. Das frische Geld will Shaam in den Ausbau des Produkts sowie die Expansion stecken und prüft dabei auch Zukäufe.

mje/ Reuters