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Reden statt raufen

Wirtschaftsmediation: Ein Bundesverband vermittelt geprüfte Fachleute, die bei Streitigkeiten zwischen den Kontrahenten vermitteln.
aus manager magazin 3/2000

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und das sind in der deutschen Wirtschaft oft die Anwälte. Die Unternehmen, egal ob auf der Gewinner- oder Verliererseite, müssen in langwierigen Prozessen Geld und Nerven lassen.

Eine neue Alternative zum Prozess vor Gericht ist der Wirtschaftsmediator: ein neutraler Dritter, der den Streit schlichtet und beide Parteien zu einer Lösung des Problems anregt. Durch Zuhören, Fragen und Übersetzen von Interessen und Bedürfnissen der Streithähne soll der bezahlte Vermittler die Fronten entschärfen.

In den USA sind Mediatoren schon seit über 20 Jahren im Einsatz. Jetzt setzt sich der Trend auch in Deutschland durch. Mittlerweile bieten über 1000 Mediatoren ihre Dienste an - vor allem Juristen, Psychologen und Soziologen mit Zusatzausbildung.

Geschützt ist die Berufsbezeichnung nicht. So tummeln sich zwischen seriösen Anbietern auch viele Trainer ohne qualifizierte Ausbildung, ohne psychologisches Gespür und ohne ökonomische Kompetenz.

Wer in dem wild wuchernden Angebot nicht an den falschen Vermittler geraten will, findet jetzt Hilfe beim Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA). Dessen Mitglieder sind geprüft und haben sich verpflichtet, nach den strengen Richtlinien des Verbands zu arbeiten.

Die Einsatzfelder der Mediatoren reichen von Querelen mit Kunden, Lieferanten und Verbrauchern bis zu Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern (Arbeitsverträge, Mobbing) und zwischen Gesellschaftern. Auch Streitigkeiten bei Patenten, Urheberrechten und Übernahmen können geschlichtet werden.

Information: BMWA, Telefon: 03 82 03/

1 31 34, Fax: -1 31 36, www.bmwa.de

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