Joint Venture in China BASF und Heraeus wollen gemeinsam Edelmetalle recyceln

Metalle wie Platin, Palladium oder Rhodium sind selten, werden aber in der Industrie vielfach verwendet. Der Chemieriese BASF und der Edelmetallkonzern Heraeus wittern ein Geschäft – und steigen gemeinsam ins Recycling in China ein.
Auto-Katalysator in der Fertigung: Edelmetalle aus diesen Fahrzeugteilen können wiederverwendet werden

Auto-Katalysator in der Fertigung: Edelmetalle aus diesen Fahrzeugteilen können wiederverwendet werden

Foto: JENS MEYER/ AP

Der Chemiekonzern BASF und das Technologieunternehmen Heraeus wollen in China ein Gemeinschaftsunternehmen für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Fahrzeugkatalysatoren gründen. Das neue Unternehmen mit dem Namen BASF Heraeus (China) Metal Resource Co., Ltd. werde nach der Genehmigung durch die zuständigen Behörden voraussichtlich im ersten Quartal gegründet, teilten BASF und Heraeus am Freitag mit.

Beide Partner halten den Angaben nach jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture. Der Baubeginn der neuen Fabrik in Pinghu in der Nähe von Shanghai mit künftig rund 100 Arbeitsplätzen sei in diesem, die Aufnahme des Betriebs dann im kommenden Jahr geplant. Eine Umsatzerwartung wurde zunächst nicht genannt. Das Investitionsvolumen wurde auf rund 75 Millionen US-Dollar (rund 66 Millionen Euro) beziffert.

China verfüge nur über begrenzte natürliche Ressourcen an den sogenannten Platinguppen-Metallen, zu denen vor allem Platin, Palladium und Rhodium gehören. Daher sei das Land stark auf Importe angewiesen. Das Recycling von Altmaterial zur Rückgewinnung von Platinmetallen, etwa aus verbrauchten Autokatalysatoren, ermögliche eine Kreislaufwirtschaft.

Die Edelmetalle werden zur Herstellung neuer Produkte für die Automobil-, Chemie-, Elektronik- und grüne Wasserstoffindustrie verwendet.

Recycelte Edelmetalle seien darüber hinaus umweltfreundlicher und hätten einen um bis zu 90 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als Primärmetalle aus einer Mine, hieß es. "Wir tragen so dazu bei, die Ressourcennutzung für Hightech- und andere Unternehmen, die Edelmetalle verwenden, zu verbessern", erklärte Tim Ingle, der als Manager für das Geschäft mit Edelmetall-Recycling bei BASF zuständig ist. Marius Vigener, Leiter des Geschäftsbereichs Chemie der Edelmetallsparte von Heraeus, fügte hinzu, das neue Gemeinschaftsunternehmen solle die Entwicklung der lokalen Kreislaufwirtschaft unterstützen und zur Stabilität der Edelmetallversorgung in China beitragen.

cr/dpa-afx
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