Wegen hoher Nachfrage Porsche lässt ab Mitte 2023 in VW-Werk fertigen

Die Fertigung in Porsches Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen ist wegen der hohen Nachfrage stark ausgelastet. Das Volkswagen-Werk in Osnabrück hilft nun aus. Ab Mitte 2023 werden dort Porsche-Modelle produziert.
Stuttgart-Zuffenhausen: Das Stammwerk von Porsche ist stark ausgelastet mit der Fertigung der Modelle 911 und 718

Stuttgart-Zuffenhausen: Das Stammwerk von Porsche ist stark ausgelastet mit der Fertigung der Modelle 911 und 718

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Der Luxuswagenhersteller Porsche nutzt wegen der hohen Nachfrage Kapazitäten des Volkswagen-Werks in Osnabrück. Von Mitte des kommenden Jahres an solle an dem niedersächsischen Standort die Überlauffertigung der 718-Modellreihe (Boxster und Cayman) beginnen, teilte der Autobauer am Donnerstag in Stuttgart mit. Auf die Zahl der Arbeitsplätze am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen habe die Verlagerung keine Auswirkungen.

Das Mehrmarken-Werk in Osnabrück sei bereits in der Vergangenheit ein bewährter Partner im Porsche-Produktionsverbund gewesen, sagte Albrecht Reimold (61), Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Osnabrück hätten eine langjährige Erfahrung.

Das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen sei mit der Fertigung der Modelle 911 und 718 stark ausgelastet. Porsche wolle Mitte des Jahrzehnts die 718-Baureihe vollständig elektrifizieren, hieß es. Trotz der Elektrifizierung sollen auch in Zukunft die Modellreihen 718 und 911 auf der 2-Türer-Linie am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen produziert werden.

Die hohe Auslastung im Stammwerk kommt den Mitarbeitern von VW in Osnabrück gelegen. Die Verlagerung der Produktion "leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, sehr aktuelle Beschäftigungssorgen am VW-Standort Osnabrück aufzulösen", sagte Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (63, SPD). Allerdings sei dieser Auftrag von Porsche noch nicht die dauerhafte Perspektive des Standorts. "Volkswagen hat sich vorgenommen, mit der nächsten Planungsrunde in dieser Hinsicht eine Antwort zu geben und darauf setzen wir", betonte der niedersächsische Regierungschef.

Auslastung in Osnabrück schwankt immer weider

Der Volkswagen-Standort Osnabrück mit 2300 Mitarbeitern ist aus dem früheren Auftragsfertiger Karmann hervorgegangen, der 2009 in die Insolvenz ging. Wie unter Karmann dient das Werk als Produktionsstätte für Klein- und Kleinstserien sowie für Überlaufproduktionen aus anderen Werken des VW-Konzerns. Allerdings gibt es immer wieder Sorgen unter den Beschäftigten wegen der stark schwankenden Auslastung des Werkes.

dri/dpa-afxp
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