Beteiligung der Porsche SE Entscheidung über Porsche-Börsengang steht bevor

Volkswagen steht vor einem spektakulären Coup. Aufsichtsräte beraten über einen Börsengang der Porsche AG: ein Eckpunktepapier ist in Vorbereitung.
Porsche-Chef Oliver Blume: Der VW-Aufsichtsrat berät über einen Börsengang der hochprofitablen VW-Tochter Porsche

Porsche-Chef Oliver Blume: Der VW-Aufsichtsrat berät über einen Börsengang der hochprofitablen VW-Tochter Porsche

Foto: Daniel Wollstein

Der Autokonzern Volkswagen bereitet einen Börsengang des Sportwagenbauers Porsche vor. Die Aufsichtsräte und Vorstände von Volkswagen und Großaktionär Porsche SE berieten und könnten über mögliche Eckpunkte entscheiden, teilte die Porsche SE am Dienstag mit. Die Holding Porsche SE wird direkt von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert. Die Gesellschaft ergänzte, sie werde sich im Zuge der Platzierung möglicherweise direkt über Stammaktien an der Porsche AG beteiligen. Mögliche Beschlüsse stünden allerdings unter dem Vorbehalt einer weiteren Prüfung.

Gestern habe bei Volkswagen bereits das Aufsichtsratspräsidium über das Thema beraten, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Die Spitze des Wolfsburger Autokonzerns diskutiert schon seit Längerem im kleinen Kreis darüber, ob und wie sie den Sportwagenbauer wieder unabhängig aufstellen und an die Börse bringen könnte. Das manager magazin hatte die Überlegungen im Februar 2021 in die Öffentlichkeit gebracht.

Wahrscheinlich würden maximal 25 Prozent der Porsche AG an der Börse platziert, hieß es zuletzt im Umfeld der Gespräche. Volkswagen-Chef Herbert Diess (63) will mit einem Porsche-Börsengang vor allem den Wert des gesamten Konzerns erhöhen. 250 Milliarden Euro hat Diess intern als Ziel für den Börsenwert ausgegeben. Zuletzt waren es knapp 110 Milliarden Euro.

Die Hoffnung auf eine Steigerung des Börsenwerts beruht auf Analysten-Prognosen, eine unabhängige Porsche AG könne für sich genommen auf eine Bewertung von 80 bis 90 Milliarden Euro kommen.

Der Sportwagen-Spezialist Porsche verkaufte 2021 erstmals mehr als 300.000 Autos, der Absatz stieg um 11 Prozent. Die VW-Tochter verdiente im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Euro. Bis Ende des dritten Quartals 2021 steigerte Unternehmenschef Oliver Blume (53) die operative Umsatzrendite auf 16 Prozent.

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