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Pole-Position

Ohne Wolfgang Porsche wird die Achse Porsche/VW kaum halten.
Von Arno Balzer
aus manager magazin 6/2008

manager magazin war schon häufiger in der Pole-Position, wenn es um das Schicksal der profitabelsten und mythenreichsten Autofirma der Welt ging. Seit 2005 war uns die Stuttgarter Porsche AG und die hinter ihr stehende Familie Porsche/Piëch drei Titelgeschichten wert: Die aktuelle widmet sich dem formal mächtigsten Mitglied des Clans: Wolfgang Porsche. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche SE, die die Anteile am VW-Konzern und an der Porsche AG hält, bekleidet mithin den wichtigsten Posten im Autoimperium. Die mm-Redakteure Michael Freitag und Dietmar Student machten sich ein Bild von dem Mann, der sich selbst als Moderator und Integrationsfigur sieht: Er versuche, all die, "die ihre starken Motoren angelassen haben und jetzt wild durch die Gegend fahren, ein bisschen ruhiger zu halten".

mm beobachtete ihn auf Hauptversammlungen, sprach mit Weggefährten und Widersachern, Freunden und Förderern in München, Wolfsburg, Salzburg und Stuttgart. "Ohne Wolfgang Porsche", so das Fazit der Autoren, "wird die Autoehe zwischen Porsche und VW kaum zum Erfolg führen." Zum Interview traf sich der Porsche-Enkel mit mm in seiner Münchener Villa. In seinem Esszimmer, typisch bayerisch eingerichtet, mit Eckbank, Bierkrügen und viel Holz, zeigte sich Wolfgang Porsche zupackend, konzentriert und gut gelaunt. Dabei hatte sein Lieblingsverein FC Bayern am Abend zuvor die 0:4-Schlappe gegen Zenit St. Petersburg erlitten. Seinen Sohn, mit dem er häufig die Heimspiele des Klubs besucht, müsse er jetzt wieder aufrichten, sagte der Clanchef.

Unsere Titelgeschichte über Wolfgang Porsche und seine neue Rolle im automobilen Superkonzern lesen Sie ab Seite 36.

DIE NÄCHSTE RUNDE im "War for Talents" wird um Nachwuchsmanager mit einigen Jahren Berufserfahrung ausgefochten. Sie sind ehrgeizig und anspruchsvoll, die gute Konjunktur und der Fachkräftemangel machen sie zur begehrten Spezies. In einer repräsentativen Studie hat das Beratungsinstitut Trendence jetzt rund 4000 "Young Professionals" nach ihren Karrierezielen gefragt, die Ergebnisse veröffentlicht mm exklusiv. Und die haben es in sich: Fast jeder zweite der Befragten plant, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Firma zu wechseln. Hauptgründe: fehlende Aufstiegsperspektiven und Unzufriedenheit mit der Führungskultur vieler Konzerne. "Lange, vielleicht zu lange haben sich Unternehmen darauf konzentriert, vor allem für Berufseinsteiger attraktiv zu sein", sagt mm-Redakteur Klaus Werle. Ein kleines Detail haben sie dabei übersehen: Gute Leute heuern ist das eine - sie zu halten etwas ganz anderes.

Den Artikel "Wir sind dann mal weg" lesen Sie ab Seite 134.

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