Innovationen Impfpioniere in der Hall of Fame der deutschen Forschung

Für die Entwicklung des ersten Impfstoffes gegen Covid-19 wurden Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Gründer und Vorstände der Mainzer Firma Biontech, in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen.
Özlem Türeci und Uğur Şahin: "Özlem und ich freuen uns sehr über die Auszeichnung"

Özlem Türeci und Uğur Şahin: "Özlem und ich freuen uns sehr über die Auszeichnung"

Foto: Biontech, Dominik Pietsch / dpa

Die unabhängige Jury aus Innovations-Experten in den obersten Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat entschieden: In die Hall of Fame der deutschen Forschung werden in diesem Jahr Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53) berufen, die türkischstämmigen Gründer der Biontech SE und Entwickler des ersten Impfstoffes gegen Covid-19. Die Vakzine basiert auf der völlig neuartigen Impfwirkung des programmierbaren Botenstoffmoleküls ("mRNA") aus dem Innern lebender Zellen und wird seit Dezember weltweit millionenfach eingesetzt.

"Özlem und ich freuen uns sehr über die Auszeichnung und nehmen die Wahl gerne an", sagt dazu Laureat Şahin, der Biontech als Vorstandschef leitet und für sich und seine Ehefrau, Medizin-Vorständin bei Biontech, spricht.

"Uğur Şahin und Özlem Türeci haben in außergewöhnlichen Zeiten Außergewöhnliches geschafft: Die Entwicklung ihres Impfstoffes ist ein wissenschaftlicher Meilenstein, der in dieser Pandemie unzählige Leben retten wird," sagt Stefan Oschmann (63), Vorstandschef und Vorsitzender der Geschäftsleitung beim Darmstädter Merck-Konzern sowie Mitglied der Jury. "Die mRNA-Technologie, die das Ehepaar mitentwickelt hat, öffnet die Tür zu einer neuen Generation von zielgenauen Impfstoffen und Therapien für Patienten weltweit. Die Berufung beider Wissenschaftler in die Hall of Fame der deutschen Forschung ist hochverdient – dazu gratuliere ich herzlich!"

Maßgeblicher Beitrag zum Wirtschaftsstandort Deutschland

Die Hall of Fame der deutschen Forschung wurde im Jahr 2009 vom manager magazin ins Leben gerufen. Sie ehrt alljährlich Wissenschaftler, die durch ihre Lebensleistung nicht nur die deutschen Forschungslandschaft maßgeblich vorangebracht, sondern darüber hinaus auch den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähiger gemacht haben.

Zu den bislang 25 Laureaten zählen Nobelpreisträger wie Christiane Nüsslein-Volhard (78, Medizin 1995), Theodor Haensch (79, Physik 2005) und zuletzt Emmanuelle Charpentier (51, Chemie 2020), aber auch industrienahe Forscher wie Karlheinz Brandenburg (66), Teamchef bei der Entwicklung des Datenkompressionsprogramms mp3 am Fraunhofer IIS in Erlangen, Joachim Milberg (77), Maschinenbau-Professor und ehemals Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender bei BMW, oder August-Wilhelm Scheer (79), Wirtschaftsinformatiker und Gründer der IDS Scheer, einst das drittgrößte deutsche Software-Unternehmen.

Die achtköpfige Jury wählt die Laureaten der Forscher-Hall-of-Fame alljährlich aus Vorschlägen des wissenschaftlichen Kuratoriums und der bisherigen Laureaten. Zu den Jury-Mitgliedern zählen unter anderem Roland Busch (56), Vorstandsvorsitzender bei Siemens, Markus Schäfer (55), Forschungsvorstand und COO bei Daimler, und Sabina Jeschke (52), Digitalisierungsvorständin bei der Deutschen Bahn.

Die Feier zur Berufung in die Hall of Fame der deutschen Forschung, die vom Darmstädter Merck-Konzern gesponsort wird, findet im Herbst statt.

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