Für 21 Milliarden Dollar Thermo Fisher will US-Biotechfirma kaufen

Bei der deutschen Biotech-Perle Qiagen kam der Rivale Thermo Fisher nicht zum Zuge. Jetzt will das Unternehmen 21 Milliarden Dollar für die Biotechfirma PPD zahlen, die eng mit dem Impfstoffhersteller Moderna kooperiert.
Thermo Fisher: Der US-Laborausrüster mit Sitz in Waltham, Massachusetts, will in den USA das Auftragsforschungsinstitut PPD übernehmen

Thermo Fisher: Der US-Laborausrüster mit Sitz in Waltham, Massachusetts, will in den USA das Auftragsforschungsinstitut PPD übernehmen

Foto: Stephan Savoia / AP

Nach der gescheiterten Übernahme des deutschen Biotechunternehmens Qiagen schlägt der Rivale Thermo Fisher im Heimatmarkt USA zu. Der Laborausrüster bietet fast 21 Milliarden Dollar für das Auftragsforschungsinstitut PPD. Thermo Fisher will 47,50 Dollar je PPD-Aktie zahlen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Mit dem Zukauf will der Konzern sein Geschäft als Dienstleister für die klinische Forschung ausbauen. Neben dem Kaufpreis von 17,4 Milliarden Dollar muss Thermo Fisher auch 3,5 Milliarden Dollar Schulden von PPD finanzieren.

Thermo Fisher hatte sich in den vergangenen Jahren mit einigen Zukäufen verstärkt. Der Konzern übernahm 2019 das Biotechunternehmen Brammer Bio für 1,7 Milliarden Dollar und 2017 die niederländische Firma Patheon. Mit seiner 11,3 Milliarden Euro schweren Offerte für Qiagen scheiterte Thermo Fisher im vergangenen Jahr aber am Widerstand der Aktionäre . Diese hatten das Angebot wegen der besseren Geschäftsaussichten von Qiagen im Zuge der Corona-Pandemie als zu niedrig bezeichnet.

PPD, das im vergangenen Jahr an die Börse ging, unterstützt Unternehmen bei der Arzneimittelentwicklung durch Beratung, Konzeption und Durchführung klinischer Studien sowie auch durch eine Unterstützung der Patienten. Das Unternehmen wurde von Moderna beauftragt, die Covid-19-Studienstandorte des US-Konzerns zu betreuen. 2020 setzte PPD mit mehr als 26.000 Mitarbeitern rund 4,7 Milliarden Dollar um. Behördliche Genehmigungen vorausgesetzt wird erwartet, dass der Deal bis Ende 2021 abgeschlossen sein wird.

rei/DPA/Reuters