Neue Daten Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für alle ab 12

Das unabhängige Beratergremium des Robert Koch-Instituts hat seine Impfempfehlung für zwölf- bis 17-Jährige überarbeitet. Davon könnten vor allem Biontech und Moderna profitieren.
Corona-Impfung für alle Jugendlichen: Die Stiko ist der Meinung, dass die Vorteile einer Impfung gegenüber dem Risiko der Nebenwirkungen überwiegen

Corona-Impfung für alle Jugendlichen: Die Stiko ist der Meinung, dass die Vorteile einer Impfung gegenüber dem Risiko der Nebenwirkungen überwiegen

Foto: Raul Mee / dpa

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun für Corona-Impfungen für alle Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren aus. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen", teilte das unabhängige medizinische Beratergremium am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen noch möglich.

Es aktualisierte damit seine vorherige Empfehlung von Anfang Juni, derzufolge in Deutschland zunächst nur Jugendliche mit Vorerkrankungen gegen das Coronavirus geimpft werden sollten. Nach Angaben der Stiko erfolgte die Anpassung der Empfehlung nach der Auswertung weiterer Daten über mögliche Nebenwirkungen, die insbesondere aus dem groß angelegten Impfprogramm für Jugendliche in den USA stammten. Dort wurden dem Gremium zufolge inzwischen bereits beinahe zehn Millionen junge Menschen immunisiert. Außerdem hätten "mathematische Modellierungen" ergeben, dass für Kinder und Jugendliche angesichts der inzwischen dominierenden Delta-Variante bei einer möglichen vierten Infektionswelle im Herbst ein "deutlich höheres Risiko" für eine Erkrankung bestehe, teilte die Stiko weiter mit.

Über eine allgemeine Impfempfehlung für Jugendliche wird bereits seit Längerem kontrovers diskutiert. Das Gremium hat die Immunisierung in der Altersgruppe bislang vor allem jenen empfohlen, die bestimmte Vorerkrankungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten haben - oder Menschen mit besonderem Corona-Risiko im Umfeld. Die Stiko war deswegen von vielen Politikern kritisiert worden.

Doch seit der Zulassung des Biontech-Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelagentur Ende Mai dürfen sich alle Kinder ab zwölf Jahren impfen lassen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag sind inzwischen 24,3 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig. Mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna sind in der EU zwei mRNA-Impfstoffe für diese Gruppe zugelassen. Die Unternehmen könnten von der Empfehlung der Stiko nun einmal mehr profitieren. Für Kinder unter zwölf Jahren ist bislang kein Impfstoff verfügbar.

mg/AFP, dpa-afx
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