Corona-Gewinner Qiagen wächst kräftiger als erwartet

Der Boom an Coronavirus-Tests treibt die Geschäfte von Qiagen. Mit den guten Zahlen könnte die deutsche Biotech-Ikone ihren Übernahmepreis noch in die Höhe treiben, sagen Experten.
Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Das Diagnostikunternehmen Qiagen  hat dank einer erhöhten Nachfrage nach seinen Testkits und entsprechenden Diagnostik-Plattformen in der Corona-Pandemie deutlich zugelegt. Der Umsatz werde im zweiten Quartal bei konstanten Wechselkursen um etwa 18 bis 19 Prozent zugelegt haben, teilte der im MDax notierte Konzern am Donnerstagabend nach Börsenschluss überraschend mit.

Im Vorjahr hatte Qiagen Erlöse von 381,6 Millionen US-Dollar erzielte. Anfang Mai war Qiagen noch von einem Plus von mindestens 12 Prozent ausgegangen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) werde voraussichtlich währungsbereinigt um etwa 68 Prozent auf 0,55 bis 0,56 US-Dollar steigen. Anfang Mai bei den Zahlen zum ersten Quartal rechnete Qiagen noch mit mindestens 0,40 US-Dollar.

Angesichts der hohen Nachfrage, die Qiagen nicht komplett bedienen kann, würden weiterhin Produktionskapazitäten für diese Produkte ausgebaut, hieß es weiter. Mehr Informationen will Qiagen noch in der ersten Julihälfte bekannt gegeben. Dann soll es einen umfassenderen Überblick über vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal sowie Prognosen für das weitere Jahr geben. Am 4. August sollen dann die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal 2020 veröffentlicht werden.

Qiagen zählt eindeutig zu den Gewinnern der Coronvirus-Pandemie. Zweimal schon korrigierte die Firmenspitze ihre Prognosen per Ad-hoc-Mitteilung nach oben. In normalen Jahren verkauft Qiagen 4,8 Millionen Testkits. Ende 2020 dürfte die Stückzahl vermutlich bei 20 Millionen liegen, zu Rohertragsmargen von geschätzten 80 Prozent.

Das weckt erst recht Begehrlichkeiten: Qiagen steht womöglich vor einer Übernahme . So will der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific das Gendiagnostik- und Biotechunternehmen im ersten Halbjahr 2021 für rund zehn Milliarden Euro schlucken. Erst im März hatte Qiagen dem Angebot zugestimmt - kurz vor den Lockdowns wegen der Coronavirus-Pandemie. Nach früheren Einschätzungen von Analysten könnte mit guten Zahlen aber der Druck auf die Amerikaner wachsen, ihr Angebot für Qiagen noch zu erhöhen.

rei/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.