Ranking nach Umsatz Das sind die 20 größten Pharmaunternehmen weltweit

Die Pharmaindustrie spielt eine tragende Rolle, um die Corona-Pandemie zu überwinden. Wer sind die Big Player und was wird der nächste Innovationsschub?
Die Top-20-Pharmafirmen kamen überwiegend gut durch die Coronapandemie

Die Top-20-Pharmafirmen kamen überwiegend gut durch die Coronapandemie

Foto: DPA

Impfstoffe, Corona-Tests, Schutzausrüstungen, Beatmungsgeräte: Die Pharmaindustrie steht wie keine andere im Zentrum der Corona-Pandemie. Milliardenbeträge flossen in Pharma- und Biotechfirmen. Verträge über Milliarden von Impfstoffdosen wurden geschlossen, noch bevor die rettenden Vakzine überhaupt auf dem Markt waren. Gleichzeitig gingen viele Menschen seltener zum Arzt, Behandlungen wurden aufgeschoben, Operationen abgesagt.

Wie hat sich das auf die Rangliste der größten Pharmaunternehmen der Welt ausgewirkt? Bisher relativ wenig, sagen Experten. Veränderungen in der Branche gebe es eher durch den Trend zur Konsolidierung, erklärt etwa Norbert Hültenschmidt, Partner von Bain & Company in Zürich . "Wir beobachten eine zunehmende Spezialisierung: Die Konzerne verstärken sich durch Zukäufe, insbesondere in Therapiegebieten, in denen sie bereits stark sind."

Medikamente gegen seltene Krankheiten sorgen für hohe Umsätze

Insgesamt ist die Branche gut durch die Pandemie gekommen, schreiben die Experten der Unternehmensberatung EY im jüngsten Branchenbericht . Wachstumstreiber sind demnach weiterhin Wirkstoffe gegen Krebs und Erkrankungen des Immunsystems.

In den vergangenen Jahren haben sich die Umsatzbringer für die Konzerne allerdings verändert. Die Zeit der großen Blockbuster wie beispielsweise Lipidsenker, also Medikamenten zur Senkung der Blutfettwerte als Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sei vorbei, erklärt Experte Hültenschmidt. Heutzutage würden hohe Umsätze eher mit Medikamenten für seltene Erkrankungen gemacht.

Im vergangenen Jahr haben die Pharmaunternehmen deutlich mehr für Forschung ausgegeben. "Darin spiegeln sich die starken Anstrengungen der Unternehmen wider, schnell Impfstoffe und Medikamente gegen Corona auf den Markt zu bringen", sagt Alexander Nuyken, EY-Experte für den Pharmamarkt. Einen deutlichen Sprung nach vorne machte dabei die mRNA-Technologie für Vakzine. Biontech mit Pfizer und Moderna konnten innerhalb kurzer Zeit einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt bringen. (Erfahren Sie hier mehr, wer die künftigen großen Player bei der mRNA-Technologie werden könnten.)

Nächster Innovationsschritt dürfte noch zehn bis fünfzehn Jahre auf sich warten lassen

Ein nächster großer Innovationsschritt dürfte sich nach Einschätzung von Bain & Company-Partner Hültenschmidt in der Zell- und Gen-Therapie ereignen. Die Hoffnung: Bei Krankheiten wie Diabetes, Parkinson und Alzheimer aber auch Bluthochdruck könnten dann nicht mehr nur Symptome behandelt werden, sondern die Ursachen angegangen werden. Einen schnellen Erfolg erwartet der Experte hier aber nicht. Bis es erfolgreiche Präparate gebe, dürften jedoch noch 10 bis 15 Jahre vergehen, sagt er.

Im Top-20-Ranking der größten Arzneimittelunternehmen nach Umsätzen finden sich nach Angaben des Branchendienstes Fierce Pharma  die altbekannten Größen der vergangenen Jahre wider. Zukäufe und Abspaltungen haben aber zu Veränderungen in den Top Ten geführt: Pfizer verlor beispielsweise einige Plätze, da der Konzern sein Generikageschäft Upjohn ausgegliederte. AbbVie machte einige Plätze gut, da der Konzern das US-Unternehmen Allergan hinzukaufte.

Das sind die größten Pharmafirmen weltweit nach Gesamtumsatz 2020:

Umsatz 2020: 82,6 Milliarden Dollar
Hauptsitz: New Brunswick, New Jersey, USA
Mitarbeiter: 135.000
Gründung: 1886

Der US-Konzern setzte im Jahr 2020 82,6 Milliarden Dollar um , der Gewinn lag bei 14,71 Milliarden Dollar nach 15,1 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Die umsatzstärkste Sparte des im Dow Jones Industrial gelisteten Konzerns ist das Pharmageschäft, das zum größten Teil unter Janssen Pharmaceutica firmiert. Daneben produziert Johnson & Johnson Medizinprodukte und Consumer Health-Produkte.

Topseller des Jahres 2020 waren das Medikament Stelara, ein Mittel gegen Schuppenflechte, und Imbruvica, ein Mittel, das gegen eine bestimmte Art der Leukämie eingesetzt wird. Der von Johnson & Johnson entwickelte Covid-19-Impfstoff dürfte sich in den Bilanzen für 2021 niederschlagen. Für das laufende Jahr erhöhte der Konzern im Oktober seine Umsatzerwartungen auf 94,1 bis 94,6 Milliarden Dollar statt 93,8 bis 94,6 Milliarden Dollar. Für Rückenwind sorgt dabei das Corona-Geschäft. Das Umsatzplus läge damit bei 13,9 bis 14,5 Prozent.

Gleichzeitig ist der Konzern einer Vielzahl juristischer Streitereien ausgesetzt, unter anderem wegen des Verkaufs von Babypuder, dessen Talk mit Asbest verseucht gewesen sein soll. Auch war der Konzern in den Opioid-Skandal in den USA verwickelt.

Wie Johnson & Johnson den Kampf gegen das Coronavirus aufnahm – und was schieflief, lesen Sie hier.

Für das Ranking 2021 wird spannend, inwieweit sich die Milliardenumsätze aus den Verkäufen der Corona-Vakzine und Coronatests auf das Reihenfolge auswirken werden. Wird Johnson & Johnson seinen Spitzenplatz weiter ausbauen können und wird Newcomer Biontech der Sprung in die Top 20 gelingen?

akn