"Alles ganz legal" CEO Bourla verkauft Pfizer-Aktien - am Tag der Impfstoff-Ankündigung

Als Pfizer und BioNTech am Montag die positiven Ergebnisse ihrer Impfstoffstudie veröffentlichten, schossen die Aktienkurse beider Firmen in die Höhe. Pfizer-Chef Bourla wusste davon zu profitieren.
Hat Grund zur Freude: Pfizer-CEO Bourla hat Kasse gemacht

Hat Grund zur Freude: Pfizer-CEO Bourla hat Kasse gemacht

Foto: JOHN ANGELILLO / imago images/UPI Photo

Als die Pharmaunternehmen Pfizer  und BioNTech  am vergangenen Montag ihre positiven Studienergebnisse zur Wirksamkeit ihres Covid-19-Impfstoffs vorlegten, reagierten Anleger weltweit wie euphorisiert. Die Aktien der beiden Unternehmen vollzogen heftige Kursausschläge, bei Pfizer ging es um knapp 9 Prozent nach oben, bei BioNTech sogar um bis zu 25 Prozent.

Ausgerechnet an diesem Tag verkaufte Pfizer-Chef Albert Bourla (58) Unternehmensanteile im Wert von knapp 5,6 Millionen Dollar (rund 4,7 Millionen Euro), wie aus an die US-Börsenaufsicht SEC übermittelten Dokumenten  hervorgeht. Der gebürtige Grieche veräußerte demnach mit 132.000 Aktien rund 62 Prozent seiner Anteile an Pfizer. Die Papiere konnte er zu einem Preis von 41,94 Dollar je Aktie losschlagen - was ziemlich nah an dem Tages-Höchststand der Aktie bei 41,99 Dollar lag. Auch Vizechefin Sally Susman (58) machte Kasse und verkaufte knapp 44.000 Aktien für rund 1,8 Millionen Dollar.

In den sozialen Netzwerken sorgte der nahe Zusammenhang zwischen dem Verkauf und der Impfstoff-Mitteilung für Aufregung. Pfizer erklärte allerdings, dieser Verkauf sei legal gewesen. Es sei bereits seit Längerem vorgesehen gewesen, dass die Anteilsscheine bei Überschreiten eines bestimmten Schwellenwertes beim Aktienkurs abgestoßen werden, zitierte der US-Fernsehsender CNN einen Unternehmenssprecher. Solche vorab vereinbarten periodischen Veräußerungen (der sogenannte "Regel 10b5-1 Trading Plan") sollen Führungskräfte vor Vorwürfen des Insiderhandels schützen.

Auch Trump wütete gegen Pfizer

Bourla musste sich nach der Mitteilung vom Montag nicht nur gegen Vorwürfe im Netz wehren, sondern auch gegen Vorwürfe des noch amtierenden US-Präsidenten. Donald Trump polterte kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse von Pfizer und BioNTech, Pfizer hätte nicht den Mut gehabt, die guten Nachrichten vor der Wahl bekannt zu geben. "Die FDA und die Demokraten wollten nicht, dass ich vor der Wahl einen Impfstoff-Erfolg habe, deswegen kam es fünf Tage später raus", schrieb Trump auf Twitter weiter. 

Pfizer wies auch diesen Vorwurf umgehend zurück. Pfizer habe erst am Sonntag von den spektakulären Zwischenergebnissen der Testphase III erfahren, nachdem unabhängige Datenexperten sich getroffen hätten. 

Pfizer und BioNTech hatten am Montag positive Wirksamkeitsdaten aus der entscheidenden Phase III bekannt gegeben. Demzufolge sank das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, bei geimpften Studienteilnehmern um 90 Prozent. Die Börsen weltweit verzeichneten daraufhin starke Gewinne. Anleger setzten auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie und eine daraus resultierende Erholung der weltwirtschaftlichen Lage.

mg/afp