Erhöhte Produktion angekündigt Modernas Umsatz mit Impfstoff explodiert

Hohe Entwicklungskosten haben Moderna im vergangenen Jahr einen Verlust eingebrockt. Doch die starke Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff lässt den Umsatz nun regelrecht explodieren - angesichts hoher Gewinnmargen ein äußerst profitables Geschäft.
Impfstoff als Umsatz-Rakete: Zugleich fährt Moderna mit seinem Corona-Vakzin auch hohe Gewinnmargen ein

Impfstoff als Umsatz-Rakete: Zugleich fährt Moderna mit seinem Corona-Vakzin auch hohe Gewinnmargen ein

Foto: Mark Rightmire / imago images/ZUMA Wire

Der US-Impfstoffhersteller Moderna hat in den drei Monaten bis Ende Dezember einen Verlust von 272,5 Millionen Dollar (222,8 Millionen Euro) eingefahren. Damit habe sich das Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Allerdings vervielfachten sich die Erlöse von 14,1 Millionen auf 570,7 Millionen Dollar. In laufenden Jahr dürfte das Wachstum erst richtig abheben. "Dies ist nur der Anfang", verkündete Modernas Vorstandschef Stéphane Bancel (48) bei der Bilanzvorlage in Cambridge, Massachusetts. Die Aktie von Moderna  zog am Donnerstag vorbörslich um mehr als 4 Prozent an.

Moderna rechnet auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen für 2021 mit Einnahmen in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar durch seinen Corona-Impfstoff. Bei einer zuletzt kolportierten Gewinnmarge von 20 bis 25 Prozent würde Moderna mit seinem Impfstoff im laufenden Jahr demnach einen Gewinn zwischen rund 3,7 und 4,6 Milliarden Dollar einfahren. Der genannte Umsatz mit dem Vakzin läge indes über dem des US-Pharmariesen Pfizer, der bei seinem gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoff von einem jährlichen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar ausgeht. Allerdings spricht Pfizer nur für sich. Da sich Biontech und sein US-Partner die Erlöse in etwa teilen, ist jetzt schon klar, dass der Umsatz des deutsch-amerikanischen Vakzins jenen von Moderna deutlich übersteigen dürfte.

Vakzin gegen südafrikanische Variante geht in klinische Testphase

Bereits am späten Mittwochabend hatte Moderna erklärt, dass das Unternehmen eine speziell gegen die südafrikanische Corona-Mutante entwickelte Version eines Impfstoffs zu klinischen Tests eingereicht habe. Das aktualisierte Vakzin sei an die US-Gesundheitsbehörde NIH geschickt. Dort sollen nun klinische Tests an Menschen vorgenommen werden. Im Kampf gegen das Coronavirus müssten die Hersteller "wachsam und proaktiv" handeln, um schnell Anpassungen an Mutanten vorzunehmen, erklärte Moderna. Das Unternehmen wolle sein Vakzin deshalb so oft wie nötig an mögliche weitere Corona-Varianten anpassen.

Moderna wolle zudem die Produktionskapazitäten für seinen Corona-Impfstoff ausbauen. Im kommenden Jahr solle so die Herstellung von 1,4 Milliarden Impfdosen à 100 Mikrogramm möglich sein. Im laufenden Jahr könne die geplante Produktion von 600 Millionen Dosen um 100 Millionen Dosen aufgestockt und möglicherweise noch weiter ausgebaut werden, hieß es.

Moderna wurde 2010 gegründet und war Ende 2018 an die Börse gegangen. Der Impfstoff-Boom hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 450 Prozent steigen lassen, doch bislang gab es nur Verluste. 2020 fiel insgesamt ein Minus von 747,1 Millionen Dollar an.

rei/DPA/AFP/Reuters

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