Weltgrößter Pharmakonzern Johnson & Johnson wechselt seinen Chef aus

Der US-Pharmariese Johnson & Johnson wird künftig von Joaquin Duato geführt. Der Neue ist ein jahrzehntelanger Konzernveteran, der an der Seite des Vorgängers Alex Gorsky stand.
Kontinuität: Der künftige Chef Joaquin Duato arbeitet seit drei Jahrzehnten für Johnson & Johnson

Kontinuität: Der künftige Chef Joaquin Duato arbeitet seit drei Jahrzehnten für Johnson & Johnson

Foto: MICHAEL BUHOLZER / AFP

Der US-Pharmakonzern und Corona-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson wechselt seinen Chef aus. Der langjährige Vorsitzende Alex Gorsky (61) werde den Posten aus "familiären gesundheitlichen Gründen" am 3. Januar 2022 abgeben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Er übergibt demnach an Vorstandsmitglied Joaquin Duato (59), der selbst bereits seit über 30 Jahren für den Konzern arbeitet und als Gorskys Vertrauter gilt. Gorsky bleibt der Mitteilung zufolge aber Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Die Entscheidung zum Rückzug sei die "schwierigste seiner Karriere" gewesen, erklärte Gorsky, der seit 2012 den Konzern leitet. Zugleich habe er "großes Vertrauen" in seinen Nachfolger Duato. Dieser zeigte sich "geehrt", künftig den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernehmen zu können.

In Gorskys Amtszeit als Konzernchef fällt die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs, von dem anders als bei anderen Vakzinen nur eine Impfung verabreicht wird. Der erhoffte Erfolg blieb bislang aus. Im Juli senkte der Konzern sein Absatzziel für den Impfstoff von mehr als einer Milliarde auf 500 bis 600 Millionen Dosen im laufenden Jahr. Damit will Johnson & Johnson noch 2,5 Milliarden Dollar umsetzen, die Hälfte davon im vierten Quartal. Im ersten Halbjahr nahm der Konzern, der den Impfstoff nach eigenen Angaben zum Selbstkostenpreis abgibt, lediglich 264 Millionen Dollar für das Vakzin ein. Die Wettbewerber Biontech/Pfizer und Moderna verbuchen längst Multimilliardengewinne.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wurde durch massive Produktionsprobleme und schwache Akzeptanz angesichts der vergleichsweise schwachen Wirksamkeitsdaten zurückgeworfen. Gorsky wurde dadurch um die Chance gebracht, das von zahlreichen Skandalen geprägte Image des Konzerns aufzubessern. Geschäftlich sieht seine Bilanz jedoch hervorragend aus. Im Jahr 2020 stand Johnson & Johnson auf Platz eins des "Fierce Pharma"-Rankings  der umsatzstärksten Firmen in der Branche. Unter Gorskys Führung wurden zudem Investitionen in Forschung und Entwicklung um 60 Prozent gesteigert.

ak/AFP
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