Jazz Pharma will GW Pharma kaufen Iren kaufen Cannabis-Firma für 7,2 Milliarden Dollar

Ein M&A-Deal im Milliardenformat rückt den Markt für Arzneimittel auf Basis von Cannabis in den Fokus: Das Geschäft fristet in der weltweiten Pharmaindustrie bislang ein Nischendasein - doch es wächst zusehends.
Medikament von GW Pharmaceuticals: Das Unternehmen mit Fokus auf Cannabis-Derivaten ist Jazz Pharma 7,2 Milliarden Dollar wert

Medikament von GW Pharmaceuticals: Das Unternehmen mit Fokus auf Cannabis-Derivaten ist Jazz Pharma 7,2 Milliarden Dollar wert

Foto: GW Pharmaceuticals / AP

Dieser Deal lässt aufhorchen: Das irische Pharmaunternehmen Jazz Pharmaceuticals will für 7,2 Milliarden Dollar (rund sechs Milliarden Euro) die britische Firma GW Pharmaceuticals übernehmen. GW ist bekannt für das Multiple-Sklerose-Medikament Nabiximole, welches das erste Derivat von Cannabispflanzen war, das in einem Land die Marktzulassung erhielt. Zudem erhielt die Firma 2018 von der US-Behörde FDA die Zulassung für das Epilepsiemittel Epidiolex, das ebenfalls auf Cannabis beruht.

Durch den Zukauf von GW werde die Medikamentenpalette um eine Epilepsie-Behandlung auf Cannabis-Basis erweitert, teilte Jazz mit. Jazz wolle 220 Dollar je GW-Aktie zahlen, wovon 200 Dollar in bar beglichen werden und 20 Dollar in Jazz-Aktien. Die Transaktion werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen sein und solle sich bereits nach einem Jahr positiv auswirken.

"Epidiolex hat den Alltag von vielen Menschen verändert, die mit Epilepsie leben müssen, und sie arbeiten an einer Plattform für weitere Anwendungsgebiete", sagt Nawan Butt, Portfoliomanager des auf diesen Sektor spezialisierten Fonds Medical Cannabis and Wellness UCITS ETF. Als GW begonnen habe, seien viele Pharmafirmen noch zurückhaltend gewesen. Inzwischen stiegen jedoch immer mehr Unternehmen in den Cannabis-Sektor ein, so Butt.

Hintergrund: Der Einsatz von Cannabis in Arzneimitteln steckt in der Pharmaindustrie noch in den Kinderschuhen. Insbesondere die neue US-Regierung mit dem demokratischen Präsidenten Joe Biden (78) könne jedoch zu einem weiteren Wachstum des Sektors beitragen, sagt Butt. Die heutige Transaktion dürfte die Aufmerksamkeit für das Geschäftsfeld ebenfalls noch einmal erhöhen. "Wir glauben, das ist nicht der letzte Deal, den wir in diesem Sektor sehen werden."

cr/Reuters