Milliardendeal in der Pharmabranche US-Konzern Amgen schnappt sich Horizon Therapeutics

Wochenlang verhandelte die irische Biotech-Firma Horizon Therapeutics mit drei großen Pharmakonzernen über eine Übernahme. Zwei von ihnen sind nun aus dem Bieterrennen ausgestiegen – das Unternehmen war ihnen schlichtweg zu teuer. Der US-Konzern Amgen stemmt nun die größte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte.
Objekt der Begierde: Horizon-CEO Timothy Walbert wurde von drei großen Pharmakonzernen umworben

Objekt der Begierde: Horizon-CEO Timothy Walbert wurde von drei großen Pharmakonzernen umworben

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Der US-Pharmakonzern Amgen kauft für 26,4 Milliarden US-Dollar (25 Milliarden Euro) das irische Biotechunternehmen Horizon Therapeutics. Amgen biete rund 116,50 Dollar je Horizon-Aktie , das entspreche einem Aufschlag von fast 20 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Angebot bewerte Horizon einschließlich Schulden mit 28,3 Milliarden Dollar und sei die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Amgen.

Die Horizon-Aktien legten am Montag knapp 15 Prozent zu, seit Ende November sind die Papiere um 24 Prozent gestiegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Konzern mit Sitz in Dublin erklärt, dass er mit Amgen, dem französischen Pharmakonzern Sanofi sowie einer Tochter des US-Gesundheitsunternehmens Johnson & Johnson vorläufige Gespräche über eine Übernahme führe.

Am Sonntagabend hatte dann Sanofi erklärt, aus dem Bieterrennen auszusteigen. Die Preiserwartungen hätten nicht den Kriterien von Sanofi entsprochen, hieß es zur Begründung. Die Johnson & Johnson-Tochter Janssen Global Services hatte die Gespräche bereits Anfang Dezember abgebrochen.

Horizon stellt Medikamente für seltene Autoimmun- und schwere Entzündungskrankheiten her. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit rund 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden US-Dollar.

Durch die Übernahme werde das Angebot von Amgen um mehrere wichtige Medikamente erweitert, darunter das verkaufsstarke Mittel Tepezza gegen eine schilddrüsenbedingte Augenerkrankung. Die Übernahme könnte Amgen dabei helfen, dem wachsenden Konkurrenzdruck für sein umsatzstärkstes Arthritis-Medikament Enbrel durch neuere Medikamente und das Auslaufen der Patente im Jahr 2029 standzuhalten. An der New Yorker Börse haben die Aktien  des Unternehmens seit Jahresbeginn um knapp ein Viertel zugelegt. Amgen kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 149 Milliarden Dollar.

mg/dpa-afx, Reuters
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