Fresenius-Tochter FMC streicht 5000 Stellen

Die Fresenius-Tochter FMC kämpft mit den Folgen der Corona-Krise. Nun stellt sich der Dialysekonzern neu auf. Das kostet auch Arbeitsplätze.
Tragischer Rückgang: Viele Dialysepatienten sterben an oder mit dem Coronavirus - das lastet auf dem Ergebnis von FMC

Tragischer Rückgang: Viele Dialysepatienten sterben an oder mit dem Coronavirus - das lastet auf dem Ergebnis von FMC

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) stemmt sich mit einem Sparprogramm gegen Kostendruck und die Folgen der Corona-Krise. Das Unternehmen richtet sich neu aus, 5.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, teilte FMC am Dienstag in Bad Homburg mit.

Künftig will die Dialysetochter des Gesundheitskonzerns Fresenius ihr Betriebsmodell auf nur noch zwei weltweite Segmente ausrichten. In einem wird das Produktgeschäft für Dialysezentren, Heimdialyse und Intensivmedizin gebündelt, das andere umfasst das Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen für chronisch Nierenkranke, das den Löwenanteil der Umsätze ausmacht.

Mit dem Umbau sollen bis 2025 die jährlichen Kosten um 500 Millionen Euro sinken. Allerdings würden dafür auch einmalige Investitionen von rund 450 bis 500 Millionen Euro fällig, wie Finanzvorständin Helen Giza berichtet. Nettoeinsparungen werden erstmals für das Jahr 2023 erwartet.

FMC macht die Corona-Pandemie seit Längerem zu schaffen. Viele chronisch Nierenkranke sterben mit oder am Coronavirus, was die Zahl der Behandlungen in den konzerneigenen Dialysezentren drückt. Im dritten Quartal ließ die Delta-Variante die Übersterblichkeit wieder steigen. Auch sind die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Beschäftigte hoch. Schon im Frühjahr warnte FMC Investoren vor einem Ergebnisknick in diesem Jahr. Im dritten Quartal verzeichnete der Konzern ein leichtes Umsatzplus, aber einen Ergebniseinbruch um mehr als ein Fünftel, wie FMC am Dienstag weiter mitteilte.

Mutterkonzern Fresenius erhöht Umsatzprognose

Fresenius hatte bereits angekündigt, das Betriebsmodell seiner Dialysetochter einer umfassenden Überprüfung unterziehen und Details dazu im Herbst veröffentlichen zu wollen. Die Mutter selbst blickt optimistischer auf das Jahr 2021 und hebt ihre Wachstumsziele an. Der Umsatz soll nun im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen statt, wie bisher angepeilt, im niedrigen bis mittleren Bereich, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mit. Das bereinigte Konzernergebnis wird am oberen Rand der Prognosespanne erwartet, die ein Plus im niedrigen einstelligen Bereich vorsieht.

Zwischen Juli und September kletterte bei Fresenius der Umsatz um rund 5 Prozent auf gut 9,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzernergebnis stieg um 2 Prozent auf 435 Millionen Euro. Damit übertraf der Dax-Konzern die Erwartungen der Analysten. Im vergangenen Jahresviertel profitierte Fresenius von einer weiteren Erholung im Klinikgeschäft, weil wieder mehr Patienten behandelt und operiert werden.

mg/dpa-afx, Reuters
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