Curevac-Eigner Hopp zum Covid-19-Impfstoff "Das Rennen können wir nicht gewinnen"

Curevac, Biontech und Moderna sind die drei Firmen mit den größten Chancen bei Corona-Impfstoffen. Curevac-Haupteigner Dietmar Hopp hofft, Bester statt Erster zu werden. Und erklärt, wann er mit einem Marktstart rechnet.
Curevac-Haupteigner Dietmar Hopp erwartet eine Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von Curevac im Frühjahr oder Sommer 2021

Curevac-Haupteigner Dietmar Hopp erwartet eine Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von Curevac im Frühjahr oder Sommer 2021

Foto: Uwe Anspach / dpa

Curevac-Haupteigner Dietmar Hopp (80) glaubt nicht daran, dass das Tübinger Biotechunternehmen angesichts der fortgeschritteneren Entwicklung bei den beiden Hauptkonkurrenten, der US-Firma Moderna und dem Mainzer Unternehmen Biontech , der erste Konzern mit einem Covid-19-Impfstoff sein werde. "Dieses Rennen können wir nicht gewinnen. Aber wir wollen das Rennen um den besten Impfstoff gewinnen, und da haben wir gute Chancen", sagte der SAP-Gründer dem "Handelsblatt"  (kostenpflichtig).

Während die beiden Konkurrenten ihre Impfstoffkandidaten bereits in groß angelegten Phase-3-Studien mit tausenden Patienten testen, befindet sich die Curevac-Entwicklung noch in der relativ frühen Phase 1. Ergebnisse einer kombinierten Phase 2/3-Studie erwartet Hopp erst im Laufe des kommenden Jahres – zeigt sich aber optimistisch: "Alle bisherigen Ergebnisse weisen auf gute Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit hin."

Bis zum Ende des Jahres will Curevac mehr als 100 Millionen Dosen zur Verfügung haben. Eine Zulassung werde im Frühjahr oder Sommer 2021 erwartet, in eingeschränkter Form möglicherweise aber auch schon früher, sagte Hopp. Es könne nicht völlig ausgeschlossen werden, "dass der Impfstoff noch in diesem Jahr auf Basis von Interimsdaten zugelassen wird, etwa für bestimmte, besonders gefährdete Berufsgruppen oder Regionen." Das müssten die Behörden entscheiden, wenn die Daten vorlägen.

"Unsere Telefonnummer ist in der Pharmabranche bekannt"

Curevac befindet sich, wie die Konkurrenten auch, bereits in Verhandlungen mit Regierungen und der Europäischen Union. So könnten bereits direkt nach der Zulassung große Mengen Impfstoff auf den Markt gelangen. Außerdem wird das Unternehmen für den Vertrieb wohl eine Partnerschaft mit einem großen Pharmakonzern eingehen. So macht es auch die Konkurrenz: Biontech kooperiert mit Pfizer, die Impfstoffentwickler der Universität Oxford haben sich AstraZeneca ins Boot geholt. "Wenn der Impfstoff erst einmal zugelassen ist, wird es kein Problem sein, einen Partner mit globalen Vertriebsstrukturen zu finden", sagte Hopp. "Die Telefonnummer von Curevac ist in der Pharmabranche bekannt."

Die Impfstoffe von Curevac basieren auf der Boten-RNA (mRNA). Bei sogenannten RNA-Druckern, also Produktionseinheiten zur Herstellung der mRNA, arbeitet Curevac mit der Tesla-Tochter Grohmann zusammen. Auf die Frage, ob die Zusammenarbeit mit Tesla-Chef Elon Musk (49) weiter ausgebaut und vertieft werden könne, sagte Hopp: "Vermutlich ja".

Ein Treffen von Musk und Hopp hatte Spekulationen über einen Einstieg des US-Milliardärs bei Curevac ausgelöst, denen Hopp aber bereits eine Absage erteilte. Im "Handelsblatt" sagte er zu der Kooperation, Curevac konzentriere sich darauf, "die Zulassung für den Printer zu bekommen und ihn dann interessierten Regionen, Organisationen und Kliniken zur Verfügung zu stellen."

mg/Reuters
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