Von Dietmar Hopp bis Elon Musk Die Köpfe hinter Curevac

Dietmar Hopp, Bill Gates, Elon Musk - mehrere Multimilliardäre versammeln sich hinter dem Tübinger Unternehmen Curevac. Die wichtigsten Akteure des Impfstoffentwicklers im Überblick.
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Vorstandschef Franz-Werner Haas (51) ist das öffentliche Gesicht der deutschen Impfstoffhoffnung Curevac. Als die Tübinger Biotechfirma mit ihrem Börsengang an der New Yorker Nasdaq im August 2020 mehr als 200 Millionen Euro einsammelte, war Haas aber erst wenige Wochen im Amt. Im Juni 2021 musste er melden, man habe die Hoffnung - vorläufig - enttäuscht.

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In der heißen Phase des Rennens um einen Corona-Impfstoff sollte eigentlich Mitgründer Ingmar Hoerr (53) an die Firmenspitze zurückkehren. Doch nach wenigen Tagen im Amt erlitt er im März 2020 eine Hirnblutung und lag wochenlang im Koma. Hoerr fand als Doktorand der Biologie den Weg zur mRNA-Technik, die auch Biontech und Moderna für ihre Corona-Impfstoffe nutzen. Im Jahr 2000 entstand daraus die Firma Curevac. Ein Interview mit Ingmar Hoerr über die 20 Jahre Entwicklungsabenteuer können Sie hier nachlesen .

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Mitgründer Florian von der Mülbe ist bis heute im Vorstand von Curevac vertreten. Als Chief Production Officer liegt nach dem Abschluss der Entwicklung bei ihm die Verantwortung, die massenhafte Produktion des Impfstoffs hochzufahren.

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Oft wird Curevac auch als die Impfstofffirma von Dietmar Hopp (81) wahrgenommen. Der SAP-Mitgründer stieg 2005 als Investor ein, neben zahlreichen weiteren Biotechfirmen. Hopp, der anfangs noch einen Impfstoff für Oktober 2020 in Aussicht stellte, schwenkte bald auf eine neue Losung um: Curevac solle "das Rennen um den besten Impfstoff gewinnen", nicht um den ersten. Nach einer Kapitalerhöhung im Januar 2021 hält die Dievini Hopp Biotech Holding noch 43,5 Prozent der Curevac-Aktien. 2020 war Hopp dank Curevac der Gewinner des Jahres unter den reichsten Deutschen.  Käme es doch noch zum Erfolg (wovon Hopp selbstverständlich schon lange sprach), gelänge ihm der zweite Coup  nach SAP.

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Hopps Biotechholding leitet Friedrich von Bohlen und Halbach (58), der zuvor schon eigenes Geld in Curevac steckte und selbst Biotechunternehmer ist. Bohlen entstammt der Industriedynastie Krupp. Seine bisherige Bilanz als Kapitalgeber war durchwachsen , ein Durchbruch mit Curevac würde das ändern. Das lange Beharren auf einem eigenständigen Weg, ohne Gewinne mit großen Industriepartnern zu teilen, könnte diesen Erfolg jedoch verspielt haben .

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Bill Gates (65) ist mit von der Partie. Die Bill and Melinda Gates Foundation ist seit 2015 an Curevac beteiligt, inzwischen liegt ihr Anteil bei knapp 1,7 Prozent. Auch Moderna und später Biontech half die Stiftung mit Kapital, um RNA-Impfstoffe zu fördern - aber eher als langfristige Perspektive gegen bekannte Erreger wie Rotaviren oder HIV. Um akut gegen Corona zu helfen, glaubte der Microsoft-Gründer, sei die revolutionäre Technik noch nicht reif genug. Er setzte daher mehr Hoffnung auf etablierte Verfahren und Pharmakonzerne wie Astrazeneca.

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Zweitgrößter Aktionär nach Hopp ist der Bund, der im Juni 2020 über die Förderbank KfW für 300 Millionen Euro bei Curevac einstieg. "Germany is not for sale", waren die markigen Worte von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) zum strategischen Investment. Hintergrund waren Gerüchte, die USA wollten sich die deutsche Impfstoffhoffnung unter den Nagel reißen. Der Anteil des Staats beläuft sich jetzt auf rund 16 Prozent und ist fast zehnmal so viel wert wie beim Einstieg. Der eigentliche Return on Investment für Deutschland aber sollte der Impfstoff sein. Im September sagte der Bund zusätzlich noch 252 Millionen Euro Forschungszuschuss zu.

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Am meisten Schub kam von der Europäischen Union, deren Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) Curevac früh zum "Frontrunner" des Impfstoffrennens aufrief. Die EU bestellte 405 Millionen Dosen für einen Stückpreis von 10 Euro - mehr als bei jedem anderen Hersteller, bis sie im Februar 2021 ihre Order des schon verfügbaren Biontech-Impfstoffs erhöhte. Dass Europas Impfkampagne so spät in die Spur kam, lag auch daran, dass sie so stark auf Curevac setzte.

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Der von Emma Walmsley (51) geführte britische Pharmakonzern Glaxosmithkline (GSK) ist mit gut 8 Prozent Anteil ein weiterer Curevac-Großaktionär. Das Unternehmen, das vor Corona als Nummer eins im globalen Impfstoffgeschäft galt, konnte bislang kein eigenes Vakzin vorweisen. GSK hilft Curevac mit seiner Produktionskapazität in Belgien. Vor allem jedoch entwickeln die beiden Firmen gemeinsam einen mutantensicheren Corona-Impfstoff der nächsten Generation, dafür haben sie auch schon einen Großauftrag des Vereinigten Königreichs.

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Eine weitere Pharmagröße, die sich im Licht des kleinen Newcomers Curevac sonnen wollte, ist Bayer. Konzernchef Werner Baumann (58) - im Bild mit NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet (60) - lässt im Wuppertaler Werk eine Curevac-Produktion aufbauen. Auch für die abschließende klinische Großstudie der Phase III bekam Curevac Hilfe von Bayer. Der Konzern sammelt damit Punkte als Standortstütze für Deutschland.

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Mit Curevac-Logo zeigte sich auch Tesla-Chef Elon Musk (49, im Bild von September 2020 vor der CDU/CSU-Bundestagsfraktion). Die deutsche Tesla-Tochter Grohmann Automation arbeitet mit Curevac zusammen an der Entwicklung so genannter RNA-Printer - Minifabriken, die in der Zukunft RNA-Impfstoffe und -Medikamente in jeder Apotheke nachproduzieren könnten.

Als Nahziel muss Curevac aber erstmal seinen Impfstoff liefern .

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ak
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