Zur Eindämmung der Coronavirus-Deltavariante Länder beschließen Impfangebote an Kinder ab 12 und Drittimpfungen

Es war eine einstimmige Entscheidung: Die Gesundheitsminister der Länder haben den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen sowie flächendeckende Impfangebote für Kinder ab zwölf Jahren beschlossen - knapp vor Schulstart.
Soll es nun flächendeckend geben: Die Länder geben Grünes Licht für bundesweite Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren

Soll es nun flächendeckend geben: Die Länder geben Grünes Licht für bundesweite Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren

Foto: Raul Mee / picture alliance/dpa/AP

Die Gesundheitsminister der Länder haben den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen sowie flächendeckende Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren beschlossen. Die Entscheidungen erfolgten einstimmig und im Einvernehmen mit der Bundesregierung, wie nach der Gesundheitsministerkonferenz am Montagabend mitgeteilt wurde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) begrüßte die zusätzlichen Angebote auch für Minderjährige.

Der Beschluss zu den Drittimpfungen sieht vor, dass diese zunächst Höchstbetagte, Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression erhalten sollen. Dies gilt zum einen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen, wo erneut mobile Teams zum Einsatz kommen sollen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte angeboten bekommen.

In allen Fällen soll die Auffrischungsimpfungen frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen.

Für die Zwölf- bis 17-Jährigen wurde beschlossen, diesen generell auch in Impfzentren oder auch mit anderen niedrigschwelligen Angeboten Corona-Schutzimpfungen anzubieten. Voraussetzung ist eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung auch der Eltern oder anderer Sorgeberechtigter. "Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", heißt es in dem Beschluss.

"Auch 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, können sich und andere mit einer Impfung schützen" erklärte dazu Spahn. "Deshalb ist es gut, dass die Länder auch dieser Altersgruppe möglichst niedrigschwellig ein Impfangebot machen wollen."

Kein Konflikt mit Impfkommission

Mit ihrer Entscheidung umgehen die Ministerinnen und Minister die Ständige Impfkommission (Stiko), die Corona-Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige bislang nur bei Vorliegen besonderer Risiken empfiehlt. In dem Beschluss der Ministerkonferenz wird jedoch betont, dass die Stiko von Impfungen Minderjähriger auch nicht abrät, sondern lediglich für eine individuelle medizinische Beratung plädiert. Auch Spahn hob hervor, die Beschlüsse stünden im Einklang mit den Stiko-Empfehlungen.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens äußerte die Erwartung, dass auch die Impfkommission sich bald erneut zu Impfungen für ab Zwölfjährige äußern werde. "Ich hoffe, dass wir das in den nächsten zehn Tagen schaffen", sagte er dem "Spiegel". Allerdings könne er heute noch nicht sagen, wie die neue Empfehlung ausfallen werde. Auch Mertens sagte aber, er sehe keinen Konflikt zwischen der Gesundheitsministerkonferenz und der Stiko. Am Montagmorgen lag die Quote der Erstimpfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen bei 20,5 Prozent, vollständig geimpft waren 9,9 Prozent.

wed/AFP