Positive Impfstoffnachricht Trump attackiert Pfizer und wähnt Komplott

Haben Pfizer und BioNTech die vielverspechende Nachricht zur Wirksamkeit eines möglichen Corona-Impfstoffes vielleicht bewusst erst nach der US-Wahl veröffentlicht? Trump vermutet das stark und wähnt einen Komplott. Pfizer dementiert scharf.
Pfizer und BioNTech sind nah dran, als erste einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt zu bringen

Pfizer und BioNTech sind nah dran, als erste einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt zu bringen

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der amtierende Präsident Donald Trump (74) hat die Bekanntgabe vielversprechender Ergebnisse der Hersteller eines Coronavirus-Impfstoffs wenige Tage nach der US-Wahl als politisch motiviert dargestellt. Der Pharmakonzern Pfizer "hatte nicht den Mut", die guten Nachrichten vor der Wahl bekannt zugeben, kritisierte Trump am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter. Das US-Unternehmen arbeitet bei dem Impfstoff mit der deutschen Firma BioNTech zusammen.

Trump kritisierte in seinem Tweet auch die für die Zulassung zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) seiner Regierung. Die FDA hätte die Ergebnisse früher bekannt machen sollen, klagte er. "Nicht aus politischen Gründen, sondern um Leben zu retten", schrieb Trump. Er hatte während des Wahlkampfs immer wieder versprochen, dass es noch vor der Abstimmung gute Neuigkeiten zu Impfstoffen geben werde - und sich davon offenbar politischen Rückenwind erhofft.

Kritik auch an der Arzneimittelbehörde FDA

"Die FDA und die Demokraten wollten nicht, dass ich vor der Wahl einen Impfstoff-Erfolg habe, deswegen kam es fünf Tage später raus", schrieb Trump auf Twitter weiter. Die FDA seiner Regierung wird von Stephen Hahn geleitet, den der Republikaner Trump selbst ernannt hat.

Pfizer wies den Vorwurf des Präsidenten, dass die Forschungsarbeit von Politik beeinflusst worden sei, umgehend zurück. Man "bewegt sich nach dem Tempo der Wissenschaft", erklärte das Unternehmen. Pfizer habe erst am Sonntag von den spektakulären Zwischenergebnissen der Testphase III erfahren, nachdem unabhängige Datenexperten sich getroffen hätten. Pfizer hatte im Juli mit der US-Regierung einen Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen für 1,95 Milliarden Dollar unterzeichnet - vorausgesetzt, der Impfstoff ist von der FDA zugelassen.

Als erste westliche Hersteller hatten BioNTech und Pfizer am Montag vielversprechende - aber im Umfang der Details begrenzte - Ergebnisse veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die Unternehmen wollen wohl ab der kommenden Woche eine Notfallzulassung bei der FDA beantragen.

rei/dpa/ap
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