Sorge um Impfkampagne Moderna dementiert Impfstoff-Lieferausfall

Ist eine große Impfstofflieferung von Moderna geplatzt? Der Hersteller dementiert. Es könne aber "aktualisierte Lieferankündigungen" geben, heißt es. Doch auch das würde die Impfkampagne belasten.
Impfstoff von Moderna: Der Ausfall einer Lieferung aber auch deutliche Lieferverzögerungen könnten die Impfkampagne in Deutschland zusätlich belasten

Impfstoff von Moderna: Der Ausfall einer Lieferung aber auch deutliche Lieferverzögerungen könnten die Impfkampagne in Deutschland zusätlich belasten

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Meg Mclaughlin / imago images/ZUMA Wire

Das US-Biotechnologieunternehmen ist einem Bericht  über Lieferausfälle seines Coronavirus-Impfstoffs entgegengetreten. "Moderna hat sich verpflichtet, alle vierteljährlichen vertraglichen Liefervereinbarungen mit der Europäischen Kommission und den einzelnen Mitgliedsstaaten einzuhalten", erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. "Die Lieferungen im April sind auf Kurs, bei den Dosen die Bandbreiten zu erreichen, die den Regierungen zuvor genannt wurden." Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte: "Moderna hat uns gegenüber keine Änderung von Lieferplänen kommuniziert."

Business Insider  hatte unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass eine für Ende April geplante Lieferung von bis zu 878.000 Moderna-Impfdosen ausfalle. Womöglich müssten Impftermine abgesagt werden. Die Bundesregierung hat nach einer Übersicht  bislang insgesamt 50,5 Millionen Dosen des Impfstoffes von Moderna bestellt.

Für die Impfkampagne in Deutschland wäre das ein weiterer Rückschlag. Sie leidet ohnehin darunter, dass Astrazeneca deutlich weniger Impfstoff liefert als angekündigt. Zudem sollen laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission nur Menschen über 60 mit Astrazenca geimpft werden. Deshalb müsste Biontech die Lücke füllen, was so schnell nicht möglich. "Da wir kaum Reserven haben, zugleich aber dutzende Impftermine bereits für die nächsten Wochen gebucht sind, kommen wir in Schwierigkeiten", zitiert BI einen Regierungsvertreter. Womöglich müssten nun Impftermine storniert werden.

Moderna spricht lediglich von aktualisierten Lieferankündigungen

Moderna erklärte nun, das Unternehmen storniere keine Lieferungen. Je nach Verlauf der Produktion und Freigabe der Chargen könne es aber aktualisierte Lieferankündigungen geben. Höchste Qualität und die Sicherheit des Impfstoffs stünden im Vordergrund. "Moderna bleibt in engem Kontakt mit allen Regierungen und ist sich der Bedeutung der Lieferplanung für die Durchführung der Impfungen bewusst", hieß es.

Zugleich haben am Mittwoch Gesundheitspolitiker mehrerer Parteien gefordert, verfügbare Impfstoffdosen rasch zu verimpfen statt sie für Zweitimpfungen zurückzustellen. Alles, was vorhanden sei, müsse für die Erstimpfung genutzt werden, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass möglichst viele einen Impfschutz aufbauen."

Auch die Unions-Gesundheitsexpertin Karin Maag betonte, es sei "wichtig, dass wir mit den Erstimpfungen schneller vorankommen." Angesichts der zu erwartenden steigenden Liefermengen müssten verfügbare Dosen ohne Rückstellungen für die Zweitimpfung verimpft werden.

rei/Reuters/AFP
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