Corona-Vakzin mRNA-1273 Moderna will Impfstoff im Dezember an EU liefern

Die US-amerikanische Firma Moderna will der Lieferung seines Corona-Impfstoffs in die Europäische Union schon im Dezember beginnen - sofern bis dahin eine Zulassung erfolgt.
Auftragsfertigung in der Schweiz und in Spanien: Moderna will der Lieferung von mRNA-1273 in die Europäische Union bereits im Dezember beginnen

Auftragsfertigung in der Schweiz und in Spanien: Moderna will der Lieferung von mRNA-1273 in die Europäische Union bereits im Dezember beginnen

Foto: JOEL SAGET / AFP

Der US-Hersteller Moderna will die Lieferung seines Corona-Impfstoffs an die Europäische Union womöglich schon im Dezember starten – vorausgesetzt, das Mittel erhält eine Zulassung. Dies teilte das Biotech-Unternehmen am Mittwoch mit. Es bestätigte den Abschluss eines Rahmenvertrags mit der EU-Kommission. Demnach sollen zunächst 80 Millionen Impfstoffdosen geliefert werden, mit der Option auf 80 Millionen weitere Einheiten.

"Moderna geht davon aus, mit der Lieferung von mRNA-1273 in die Europäische Union im Dezember 2020 zu beginnen", bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Strategische Partner in Europa seien die Unternehmen Lonza in der Schweiz und Rovi in Spanien zur Produktion und Abfüllung des Impfstoffs.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62) hatte den Vertrag über bis zu 160 Millionen Impfdosen bereits am Dienstag bekannt gemacht. Das Moderna-Vakzin gehört mit den Mitteln der Firmen BioNTech/Pfizer und AstraZeneca zu den drei Impfstoffen mit den besten Chancen, schon in den nächsten Wochen in Europa zugelassen zu werden. Zuvor werden Wirksamkeit und Sicherheit von der Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Der Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

EU nimmt diverse Lieferanten unter Vertrag

Die EU-Kommission schließt im Auftrag der Mitgliedstaaten Liefervereinbarungen mit Impfstoffherstellern. Der Vertrag mit Moderna ist der sechste. Zuvor hatte Brüssel schon Abkommen mit den Anbietern Johnson&Johnson, Sanofi-GSK und AstraZeneca, Pfizer-BioNTech und CureVac geschlossen.

Würden alle diese Impfstoffe zum Erfolg führen, beliefen sich die fest vereinbarten Lieferungen an die EU auf über 1,3 Milliarden Dosen, mit Optionen wären es sogar fast zwei Milliarden. Bei den meisten Impfstoffen sind zwei Dosen nötig, um einen Schutz vor dem Corona-Virus zu garantieren. Die EU hat zugesichert, Impfstoffe auch an ärmere Länder weiterzugeben, die sie sich nicht leisten können.

Drei Zulassungsverfahren laufen

Noch hat kein Corona-Impfstoff eine europäische Zulassung. Die ersten Lizenzen könnten nach Erwartung der Bundesregierung und der EU-Kommission im Dezember erteilt werden. Zuvor ist jedoch eine Prüfung durch die europäische Arzneimittel-Behörde EMA nötig.

Für das Moderna-Präparat hat die EMA ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren begonnen, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat. Die Kandidaten von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca befinden sich bereits seit Anfang Oktober in ebensolchen Zulassungsprozessen der EU. Auch BioNTech will noch in diesem Jahr mit der Lieferung beginnen.

cs/dpa-afx, afp