Corona-Vakzine im Vergleich Welcher Impfstoff ist der beste?

Diese Art Wettbewerb gab es noch nie: Das zurzeit begehrteste Produkt der Welt ist eigentlich dem Markt entzogen. Die Corona-Impfstoffe werden von den Staaten finanziert und verteilt. Dennoch entscheidet die Gunst der Kunden über das Pharmageschäft der Zukunft. Vor- und Nachteile der verfügbaren Vakzine im Überblick.
Kombilösung: Auch eine Kreuzimpfung von Astrazeneca als erster und Biontech als zweiter Impfdosis kommt mitunter zum Einsatz

Kombilösung: Auch eine Kreuzimpfung von Astrazeneca als erster und Biontech als zweiter Impfdosis kommt mitunter zum Einsatz

Foto: Till Simon Nagel / dpa

Man könnte es fast als vertrauensbildende Maßnahme sehen: Demonstrativ haben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65), Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und auch Gesundheitsminister Jens Spahn (41) mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Umfragen zeigen ebenso wie Probleme bei der Terminvergabe, dass Astrazeneca zumindest in Deutschland ein Imageproblem hat (anders als in Großbritannien, wo dasselbe Mittel als Oxford Vaccine bekannt ist).

Biontech hingegen erscheint als das Unternehmen, dem alles gelingt: Biontech hat auch die Chance, den Durchbruch der neuartigen mRNA-Technologie für zukünftige Expansion zu nutzen. Die Aufhebung der Impfpriorisierung bei gleichzeitig verminderter Biontech-Lieferung verstärkt den Eindruck vom begehrten Gut noch.

Zugleich werden die Verantwortlichen in Bund und Weltgesundheitsorganisation nicht müde zu betonen: Alle verfügbaren, zugelassenen Impfstoffe bieten einen extrem hohen Schutz gegen das Virus, das Wirtschaft und Gesellschaft seit mehr als einem Jahr lähmt. Zugleich weise alle zugelassenen Impfstoffe vergleichsweise geringe Risiken auf.

Ein direkter Vergleich der Stoffe ist mit Vorsicht zu genießen. Schon die einfache Kennziffer "Wirksamkeit" kann nach unterschiedlichen Definitionen und unter verschiedenen Bedingungen zustande kommen. Dennoch gibt es spürbare Vor- und Nachteile der verschiedenen Produkte, ob aus Sicht der Geimpften, des Gesundheitssystems, der Staaten oder auch der Börsen. manager magazin gibt den Überblick - zunächst für die bisher EU-weit zugelassenen Mittel:

Biontech

Lesen Sie hier weitere Hintergründe zu Biontech: die Ehrung als Game Changer der Medizin , unsere Porträts der Gründer Uğur Şahin  (55) und Özlem Türeci  (54), die im Interview geäußerten Hoffnungen  der Investoren auf einen neuen Global Player sowie die Geschichte von Projekt "Lightspeed": Wie der Impfstoff entwickelt wurde. 

Moderna

Lesen Sie hier weitere Hintergründe zu Moderna: unser Porträt des brachialen Verkäufers  Stéphane Bancel (48) und die zentrale Rolle des Staats in Gestalt der Forscherin Kizzmekia Corbett (35), deren Name auf dem wichtigsten Impfpatent steht.

Astrazeneca

Lesen Sie hier weitere Hintergründe zu Astrazeneca: die Chronik der zahlreichen Pannen und Probleme  (Stand Mitte April) und die Rolle des deutschen Milliardärs Ernest Droege (36) als Auftragsfertiger im Auge des Astrazeneca-Sturms .

Johnson & Johnson

Lesen Sie hier weitere Hintergründe zu Johnson & Johnson: das Debakel um das Impfwerk des aus Hildesheim stammenden Pharmagründers Fuad El-Hibri (63) und der bislang erfolglose Versuch von Johnson & Johnson-Boss Alex Gorsky (61), nach zahlreichen Skandalen des weltgrößten Pharmakonzerns einmal der Good Guy zu sein.

Neben diesen vier Impfstoffen, die in der EU bereits zum offiziellen Angebot zählen aber längst nicht zur schnellen Impfung aller Erwachsenen reichen, stellt sich auch die Frage nach den Alternativen. Hier sind Impfstoffe, auf die Deutschland noch wartet:

Sputnik V

Curevac

Dieser zweite Impfstoff made in Germany sorgte zuletzt vor allem für Enttäuschung, weil die von Vorstandschef Franz-Werner Haas (51) für Ende Mai, Anfang Juni zugesagten entscheidenden Studiendaten für die Zulassung noch länger fehlen. Laut Medienberichten plant Bundesgesundheitsminister Spahn die Impfkampagne bis zum Sommer jetzt ohne Curevac. Mitte Juni legte Curevac dann höchst enttäuschende Zwischenergebnisse seiner zulassungsrelevanten Massenstudie vor.

Lesen Sie hier weitere Hintergründe: wie Curevac seine Jahrhundertchance verspielte , ein Interview mit Firmengründer  Ingmar Hoerr (53), sehen Sie die prominenten Köpfe hinter Curevac und die nun fragliche Hoffnung von Großaktionär Dietmar Hopp (81), nach dem Börsenschwergewicht SAP einen zweiten Coup  zu landen.

Novavax

Sinovac

ak
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