Staatliche Sicherheitsexperten BSI warnt vor Cyberangriffen auf Impfstoffhersteller

Wegen ihrer Erfolge seien die deutschen Impfstoffunternehmen begehrte Angriffsziele, warnt Deutschlands oberster IT-Schützer Arne Schönbohm. Die Bedrohungslage schätzt er als hoch ein.
Gezielte Sabotage: Impfstoffhersteller könnten Opfer von Hackerangriffen werden.

Gezielte Sabotage: Impfstoffhersteller könnten Opfer von Hackerangriffen werden.

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Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Deutsche Sicherheitsexperten sind besorgt, dass es Cyberattacken gegen deutsche Corona-Impfstoffhersteller geben könnte. "Die Bedrohungslage der deutschen Impfstoffhersteller schätzen wir als hoch ein", sagte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm (51), der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschland liege wegen der Fortschritte bei BioNTech und CureVac bei der Erforschung von Corona-Impfstoffen international mit in der Spitzengruppe. "Deshalb sind Hersteller ein attraktives Ziel für Cyber-Angreifer." Aber die Impfstoffhersteller nähmen die Gefahr sehr ernst und hätten sich gut vorbereitet, fügte er hinzu.

Das BSI habe Unternehmen schon im März sensibilisiert und auf die Gefährdungslage hingewiesen. "Auch mit dem Gesundheitsministerium sprechen wir darüber, was man zusätzlich etwa für den Schutz der nötigen Logistikketten für Impfstoffe tun kann", sagte Schönbohm mit Blick auf die derzeitigen Bemühungen von Bund und Ländern, die Impfung der Bevölkerung vorzubereiten.

Bei BioNTech in Mainz sind die Sicherheitsvorkehrungen bereits vor Wochen hochgefahren worden. Neben zusätzlichen Maßnahmen zur IT-Sicherheit wurde auch physisch aufgerüstet. Vor dem inzwischen berühmten Firmensitz an der Goldgrube residieren Wachleute.

Einige betroffene Firmen seien sehr empfänglich für Ratschläge, andere weniger, sagte Schönbohm. "Wir haben intern eine erhöhte Alarmbereitschaft festgelegt und tauschen uns mit den Kollegen in Frankreich, den USA und Großbritannien aus." Dieses Thema werde auch im Nationalen Cyber-Abwehrzentrum zusammen mit den deutschen Sicherheitsbehörden besprochen. Ob es bereits Angriffe auf Impfstofffirmen gegeben habe, wollte Schönbohm nicht sagen.

lhy/Reuters