Biontech/Pfizer Reguläre Zulassung soll Impfskeptiker in den USA überzeugen

Die Impfkampagne in den USA stockt. Viele Impfskeptiker begründen ihre Ablehnung damit, dass das Vakzin von Biontech nur eine Notfallzulassung habe. Eine reguläre Zulassung scheint schon bald möglich.
US-Präsident Joe Biden: Er erhielt seine zweite Impfung zu Jahresbeginn. Doch die Impfkampagne in den USA stockt

US-Präsident Joe Biden: Er erhielt seine zweite Impfung zu Jahresbeginn. Doch die Impfkampagne in den USA stockt

Foto: JIM WATSON / AFP

Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer könnten Anfang 2022 in den USA eine reguläre Genehmigung für ihren bislang nur per Notfallzulassung genehmigten Corona-Impfstoff erhalten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe dem Mittel für die Impfung von Menschen ab 16 Jahren ein beschleunigtes Verfahren (Priority Review) für eine reguläre Zulassung erteilt, gaben Biontech und Pfizer am Freitagabend (Ortszeit) bekannt. Das Ziel sei es, eine Entscheidung im Januar zu treffen.

Eine vollständige Zulassung des Impfstoffes könnte der zuletzt ins Stocken geratenen Impfkampagne in den USA womöglich frischen Wind verleihen. So begründet eine nicht geringe Zahl an Impfskeptikern ihre Zurückhaltung damit, dass es aktuell nur eine Notfallzulassung gebe. Zudem könnte es dann für Arbeitgeber in den USA einfacher werden, von ihren Angestellten eine Impfung zu verlangen. Ein Antrag auf die vollständige Zulassung für Kinder ab zwölf Jahren soll laut den Angaben vom Freitagabend folgen, sobald die erforderliche Anzahl an Daten dafür vorliegt.

In den USA waren Anfang der Woche  nach offiziellen Zahlen 48,5 Prozent der Menschen vollständig und 7,5 Prozent einmal geimpft. 44,1 Prozent der US-Bürger hatten bis dato keine Corona-Impfung erhalten, in Deutschland waren zu diesem Zeitpunkt 40,5 Prozent nicht geimpft. US-Präsident Joe Biden (78) hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, dass 70 Prozent der US-Bürger zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli mindestens einmal geimpft sind. Das Ziel hatten die USA nicht erreicht.

Biontech und Pfizer hatten vor wenigen Tagen erklärt, dass sie von einer nachlassenden Wirkung ihres Coronavirus-Vakzins Comirnaty ausgehen. Sie empfehlen eine Auffrischungsimpfung sechs bis zwölf Monate nach einer vollständigen Impfung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärten, vollständig geimpfte Amerikaner benötigten derzeit keine Auffrischungsimpfung. Man sei aber auf die Verabreichung von Booster-Dosen vorbereitet, sollten wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie notwendig seien.

Biontech und Pfizer erklärten, bei einer laufenden Studie zu einer dritten Impfung seien "ermutigende Daten". Details sollten bald in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert werden. Außerdem sei geplant, die Daten in den kommenden Wochen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA, dem europäischen Pendant EMA und bei anderen Zulassungsbehörden einzureichen.

rei/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.