Sonderdividende geplant Biontech erwirtschaftet zehn Milliarden Euro Gewinn

Für die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin liefen die Geschäfte im vergangenen Jahr hervorragend. Die Aktionäre des Unternehmens dürfen sich über eine Sonderdividende freuen.
Impfen, impfen, impfen: Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (l.) und Uğur Şahin forschen nun an einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff

Impfen, impfen, impfen: Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (l.) und Uğur Şahin forschen nun an einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff

Foto: Federico Gambarini / picture alliance/dpa

Das von Özlem Türeci (55) und Uğur Şahin (56) gegründete Biotech-Unternehmen Biontech hat im vergangenen Jahr dank der Geschäfte mit seinem Covid-19-Impfstoff mehr als zehn Milliarden Euro verdient. Der Nettogewinn sprang 2021 auf 10,3 Milliarden Euro von 15,2 Millionen Euro im Jahr zuvor, teilte das Mainzer Unternehmen am Mittwoch mit. Der Umsatz stieg auf 18,98 Milliarden Euro von gut 482 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen von der Geschäftsentwicklung mit einer Sonderdividende von zwei Euro je Aktie profitieren. Biontech kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Dollar über die nächsten zwei Jahre an. Die Aktien  legten im US-Handel um mehr als 7 Prozent zu.

Für 2022 rechnet Biontech mit einem Umsatz von 13 bis 17 Milliarden Euro mit seinem Covid-19-Impfstoff. Das Unternehmen und sein US-Partner Pfizer haben für dieses Jahr Lieferverträge über rund 2,4 Milliarden Impfdosen unterzeichnet. 2021 wurden etwa 2,6 Milliarden Dosen des Impfstoffs in mehr als 165 Länder und Regionen weltweit geliefert. "Der finanzielle Erfolg im Jahr 2021 ermöglicht es uns, in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in unsere Forschung und Entwicklung zu tätigen", sagte Finanzchef Jens Holstein. In diesem Jahr sollen bis zu 1,5 Milliarden Euro dafür ausgegeben werden, 50 Prozent mehr als 2021.

Ergebnisse zu neuer Omikron-Studie im April erwartet

Biontech und Pfizer forschen gegenwärtig an einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff. Im April könnten erste Daten aus der im Januar begonnenen klinischen Studie veröffentlichten werden. Die Studie wurde in der Zwischenzeit um mehrere neue Kohorten erweitert, darunter auch eine, die einen Kombinationsansatz aus dem Omikron-basierten Impfstoff sowie dem ursprünglichen Vakzin Comirnaty überprüft sowie eine Kohorte, die einen bivalenten Omikron-Impfstoff untersucht, der auch die Wuhan-Variante abdeckt. An der Studie sollen nun 2150 statt mehr als 1400 Probanden teilnehmen.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte zwar erklärt, die Zulassung eines an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffs unterstützen zu wollen. Zugleich hatte sie die Pharmaunternehmen aber aufgefordert, nicht nur einen monovalenten, auf Omikron zugeschnittenen Impfstoff zu entwickeln, sondern auch Versionen, die eine Kombination von Varianten abdecken.

mg/Reuters