Bis Herbst Biontech will angepasste Impfstoffe ausliefern

Biontech profitiert weiterhin kräftig von der großen Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoff. Im ersten Halbjahr erzielte das Mainzer Unternehmen einen Gewinn in Milliardenhöhe. Schon bald soll ein neuer Impfstoff kommen.
Biontech-Chef Ugur Sahin : "Unsere Covid-19-Produktpipeline zielt auf einen längeren und breiteren Schutz ab"

Biontech-Chef Ugur Sahin : "Unsere Covid-19-Produktpipeline zielt auf einen längeren und breiteren Schutz ab"

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS

Das Biotechunternehmen Biontech bereitet sich auf die Markteinführung von gleich zwei angepassten Omikron-Impfstoffen vor. Die Auslieferung der Vakzine könnte, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, bereits ab Oktober 2022 beginnen, teilte das Unternehmen Montag mit. Beide Impfstoffe könnten damit rechtzeitig zur Unterstützung der Booster-Kampagnen im Herbst zur Verfügung stehen.

"Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst an Varianten angepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin (56). Biontech erwarte damit einen Anstieg der Nachfrage in seinen Schlüsselmärkten im vierten Quartal.

Für einen der beiden Booster - eine Kombination des bestehenden Impfstoffs Comirnaty mit einem Impfstoffkandidaten, der das Spikeprotein der Omikron-Variante BA.1 adressiert - hatten Biontech und sein US-Partner Pfizer kürzlich die Einreichung des Zulassungsantrags bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA abgeschlossen. Die Dosen dieses Impfstoffs sind bereits seit März/April verfügbar.

Biontech steigert Halbjahresgewinn und bekräftigt seine Prognose

In den USA ist eine Zulassung für diesen Booster nicht geplant. Dort konzentrieren sich die Unternehmen nach den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde FDA auf einen Booster, der sich neben dem Wildtyp des Virus gegen die vorherrschenden Varianten BA.4/5 richtet und mit dem eine klinische Studie diesen Monat beginnen soll. Auch von ihm könnten erste Dosen bereits ab Oktober ausgeliefert werden, eine Zulassung ist auch in der EU geplant.

Seine Prognose für einen Covid-19-Impstoff-Umsatz von 13 bis 17 Milliarden Euro in diesem Jahr bekräftigte Biontech. Im ersten Halbjahr setzte der Konzern insgesamt 9,57 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von 30 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 37 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro.

Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal rückläufig

In der Betrachtung allein des zweiten Quartals gab es allerdings sowohl beim Umsatz (minus 39,8 Prozent auf 3,20 Milliarden) als auch beim Gewinn (minus 40,0 Prozent auf 1,67 Milliarden) einen Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Corona-Impfstoffhersteller führt dies darauf zurück, dass die dynamische Entwicklung der Pandemie "zu einer Verschiebung von Aufträgen und damit zu Schwankungen bei den Quartalsumsätzen" führt. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2022 mit Covid-19-Impfstoff-Umsätzen von 13 bis 17 Milliarden Euro.

sio/dpa-AFX/Reuters
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