Unkrautvernichter Glyphosat Bayer warnt vor Produktionsengpässen

Bayer kämpft bei seinem Unkrautvernichter Glyphosat mit Problemen bei der Rohstoffversorgung. Grund ist ein Ausfall der Produktionsanlage.
Glyphosat-Engpass: Der wichtigste Rohstofflieferant von Bayer hat nur noch eingeschränkte Lieferkapazität

Glyphosat-Engpass: Der wichtigste Rohstofflieferant von Bayer hat nur noch eingeschränkte Lieferkapazität

Foto: Harry Koerber / IMAGO

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer kämpft bei seinem Unkrautvernichter Glyphosat mit Problemen bei der Rohstoffversorgung. Bei einem der wichtigsten Rohstofflieferanten des Unternehmens sei es zu einem mechanischen Ausfall in der Produktionsanlage gekommen, was zu einer erheblichen Verringerung der Produktionsraten geführt habe, schrieb Bayer am Freitag in einem Brief an Kunden. Das beeinträchtige die Lieferfähigkeit von Bayer bei Glyphosat und glyphosathaltigen Produkten. Der Leverkusener Agrarchemie- und Pharmakonzern erklärte deshalb höhere Gewalt (Force Majeure), wie ein Firmensprecher am Montag bestätigte. Betroffen von den Problemen sei ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Glyphosat, den Namen des Lieferanten nannte Bayer nicht.

Durch die Berufung auf "Force Majeure" wird der Konzern ohne Haftung von seinen vertraglichen Pflichten vorübergehend befreit. Der Bayer-Sprecher konnte vorerst keine Angaben dazu machen, wie lange die Lieferprobleme anhalten werden. Neue Lieferpläne würden derzeit ausgearbeitet, betonte er. Bayer geht dem Schreiben zufolge aber davon aus, dass die Reparaturen an der Produktionslinie des Lieferanten rund drei Monate dauern werden. Der Brief richtete sich an Kunden, die Glyphosat als Wirkstoff einkaufen. Betroffen ist aber auch die eigene Produktion der glyphosathaltigen Roundup-Unkrautvernichter von Bayer.

Der Konzern erklärte, der Markt für Pflanzenschutz-Chemikalien- und Mittel erlebe gegenwärtig ein historisch knappes Angebot angesichts der herausfordernden weltweiten Handelsströme und den Auswirkungen der Pandemie, die das bereits knappe Angebot weiter unter Druck setzen. Der Lieferant arbeite aber daran, die Produktion wieder aufzunehmen. Bayer habe zusätzliche Materialien beschafft und andere Maßnahmen ergriffen, um die Situation bestmöglich zu bewältigen.

sio/Reuters
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