Inclusive Capital Partners Aktivistischer US-Investor steigt bei Bayer ein

Ein neuer Investor dürfte den Druck auf Bayer-Chef Werner Baumann erhöhen, nötige Veränderungen bei dem Pharmakonzern anzugehen. Dem aktivistischen US-Investor Jeff Ubben wird dafür bereits Unterstützung von anderen Großaktionären signalisiert.
Steigender Änderungsdruck: Bayer-Chef Werner Baumann

Steigender Änderungsdruck: Bayer-Chef Werner Baumann

Foto: Oliver Berg/ dpa

Die kalifornische Investmentgesellschaft Inclusive Capital Partners ist bei Bayer eingestiegen. Die Gesellschaft, die vom Hedgefonds-Veteran Jeffrey Ubben (61) im Jahr 2020 gegründet wurde, hat sich mit 0,83 Prozent an dem Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern beteiligt, wie Inclusive Capital Partners am Montag in einer Stimmrechtsmeldung mitteilte.

Den Aktien von Bayer gab das zu Wochenbeginn Aufwind: Sie waren mit einem Plus von mehr als 4 Prozent auf 52,88 Euro größter Gewinner im Leitindex Dax. Das Aktienpaket von Inclusive Capital Partners ist damit rund 430 Millionen Euro wert. Der von Werner Baumann (60) geführte Bayer-Konzern wollte sich zu dem Einstieg nicht äußern.

Wie die "Financial Times" berichtete, hat Ubben, der an der Wall Street als eher zurückhaltender aktivistischer Investor bekannt ist, bereits die Unterstützung von mindestens einem der größten Bayer-Aktionäre, um auf Änderungen bei dem Unternehmen zu drängen. "Ubben ist jemand, für den wir auf jeden Fall stimmen würden, wenn er für den Aufsichtsrat von Bayer zur Wahl stünde", zitierte die Zeitung David Herro (62), den Investmentchef von Harris Associates.

Diese Investmentgesellschaft ist laut Daten von Refinitiv mit knapp 3 Prozent der drittgrößte Aktionär von Bayer. "Das Management hat keine große Bereitschaft gezeigt, den status quo zu verändern", sagte Herro und verwies darauf, dass Bayer in jedem seiner drei Geschäftsbereiche mit Abschlägen zur Konkurrenz gehandelt werde.

Bereits 2019 ein aktivistischer Investor bei Bayer

Wiederkehrenden Spekulationen über eine Aufspaltung des Agrar- und Pharmakonzerns hat Bayer stets eine Absage erteilt: Diese steigerten nicht den Wert des Geschäfts. Der Leverkusener Konzern muss sich nicht zum ersten Mal mit einem aktivistischen Investor auseinandersetzen. Bereits 2019 hatte der Hedgefonds Elliott einen Anteil von rund 2 Prozent aufgebaut und im Zuge der Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA gegen das Unternehmen Druck gemacht.

Die Klagen hatte sich Bayer mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Gut 49 Milliarden Euro ist das Unternehmen an der Börse selbst nur noch wert. Vom einstigen Aktienkurs im Sommer 2018 von über 100 Euro ist der Konzern noch immer weit entfernt, auch wenn Bayer zuletzt sechs Glyphosat-Prozesse in Folge gewonnen hat.

hr/reuters
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